Kreis Heinsberg: Beim Aktionstag viel Lob für den Blindenverein

Kreis Heinsberg : Beim Aktionstag viel Lob für den Blindenverein

Im Geilenkirchener Haus Basten drehte sich beim Aktionstag vom Blinden- und ­Sehbehindertenverein des Kreises Heinsberg alles rund ums Auge. Rund 100 Interessierte nutzten am Samstag die Chance, Fachvorträge von Ärzten zu hören, sich über ein Orientierungs- und Mobilitätstraining zu informieren und in einer Ausstellung wichtige Hilfsmittel zu erkunden.

Der Zeitungsverlag begleitete diese Veranstaltung als Medienpartner; Regionalredakteur Dieter Schuhmachers fungierte als Moderator.

Über viel Lob durften sich der Blindenverein und sein Vorsitzender Heinz Wolf freuen — nicht nur vom stellvertretenden Geilenkirchener Bürgermeister Leonhard Kuhn. Die Arbeit des rührigen Vereins würdigte in Vertretung von Schirmherr Landrat Stephan Pusch dessen Stellvertreter Willi Paffen. Es gehe darum, das Bewusstsein für Augenerkrankungen und Sehbehinderung bis hin zur Erblindung weiterhin öffentlich zu thematisieren, so Paffen, um so in vielen Bereichen Verbesserungen zu erzielen. Der Aktionstag sei dazu „ein wichtiger Mosaikstein“. Der stellvertretende Landrat hatte zudem eine frohe Botschaft mitgebracht.

Das Interview dieser Zeitung mit Heinz Wolf im Vorfeld des Aktionstages mit dem darin vom Vereinsvorsitzenden geäußerten Wunsch nach akustischen Ansagen der jeweiligen Haltestellen in den Bussen der West Energie und Verkehr hatte Paffen nicht ruhen lassen. Er setzte sich mit der West in Verbindung und erfuhr, dass die Technik vorhanden sei. Paffen kündigte an, dass schon in den nächsten Monaten solche Ansagen getätigt würden — zumindest in den Bussen der West.

Die Busse der Subunternehmer seien noch nicht entsprechend ausgerüstet. Aber wenn das E-Ticketing, die für 2016 angestrebte Einführung elektronischer Bezahlsysteme, anstehe, dann solle zugleich auch eine Nachrüstung mit Ansagemöglichkeiten in solchen Bussen möglich sein. Zudem gebe es die Idee, an Haltestellen nicht nur Informationen auf elektronischen Anzeigetafeln zu übermitteln, sondern auch akustisch — nach Betätigen ­eines Bedienknopfes. Zudem seien bereits an vielen Haltestellen Infotafeln mit Braille- und Pyramidenschrift installiert worden, sagte Paffen, der sich dankbar zeigte für solche Hinweise wie das von Wolf geäußerte Anliegen.

Beim Aktionstag vermittelten die Fachärzte Dr. Alexander Krug aus Geilenkirchen und Dr. Arash Amjadi aus Aachen in vier Kurzvorträgen Wissenswertes über Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapie zu den Augenerkrankungen Glaukom (Grüner Star) und Katarakt (Grauer Star), Diabetischer Retinopathie und Altersabhängige Makula-Degeneration (AMD).

Eine ihrer Botschaften: Die Möglichkeiten für Vorsorgeuntersuchungen — ab dem 40. Lebensjahr im Drei-Jahres-Rhythmus — sollten wahrgenommen werden. Die auch für Laien verständliche „Vorlesung“ wurde ergänzt mit ­einer vom Publikum intensiv genutzten Fragerunde, die praktisch zu einer „Sprechstunde“ wurde: Die Ärzte gaben viele hilfreiche Ratschläge, soweit dies in diesem Rahmen möglich war.

Reha-Lehrerin Stephanie Schäfer vom Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein stellte das individuell ausgerichtete Schulungsprogramm zur Erlangung von Orientierung und Mobilität beim Aktionstag in Geilenkirchen nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch vor: Wer wollte, konnte Simulationsbrille und Langstock nehmen und sich mit ihr auf den Weg in die Umgebung von Haus Basten machen.

Fünf Aussteller mit von der Partie

Bei der Hilfsmittelausstellung im Rahmen des Aktionstages waren fünf Firmen in der Galerie und im Konferenzzimer von Haus Basten mit von der Partie: Optik Laumen aus Geilenkirchen, Barrierefreie Medien aus Düren sowie Reinecker Vision, Synphon und Handy Tech Elektronik.

Präsentiert wurden Sehhilfen, ­Lupen und andere optische Geräte, aber auch Vorlese­systeme oder Braillegeräte sowie Langstöcke oder Hilfsmittel für den Haushalt.

Informationen gab es auch über den Einkaufsfuchs, ein sprechendes Produkterkennungssystem.