Bei Tenholt sollen 15 Silos entstehen

Bei Tenholt sollen 15 Silos entstehen

Erkelenz (an-o) - Der kleine Bastian brachte das auf den Punkt, was zurzeit nicht nur zahlreiche Tenholter denken. "St. Lambertus soll leuchten, und die Silos müssen stürzen" stand auf dem Schild, das der Siebenjährige bei der Anhörung zum geplanten Agrarzentrum in seinen Händen hielt.

Dafür erhielt der kleine Junge Beifall von den über 50 Bürgerinnen und Bürgern, die sich jetzt im Planungsamt der Stadt den Vorhaben bezogenen Bebauungsplan für ein 60.000 Quadratmeter großes Gelände zwischen Bahnlinie und Tenholter Straße erläutern ließen und dann auch gleich ihre heftigen Bedenken gegen das gigantische Projekt vortrugen.
Beifall bekam auch Josef Kahlau, ehemals Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz. Der agile Pensionär kreidete es der Verwaltung an, dass sie offensichtlich wieder mal über die Köpfe der Bürger hinweg geplant und den Vorstellungstermin schlecht vorbereitet habe.

Was die Größe des Raumes betrifft hatte Josef Kahle ohne Zweifel Recht. Der platzte nämlich ob der vielen Zuhörer schier aus den Nähten. Viele von ihnen mussten sich auf dem Flur aufhalten. Aber auch dort gab es Beifall für den Erkelenzer Umweltschützer Kurt Lemmen, der den Freiraum zwischen Autobahn und Wahnenbusch als das "Tafelsilber der Stadt" bezeichnete. Das dürfe man nicht so einfach für einen Betrieb verscherbeln, "welcher Erkelenz weder Steuern noch neue Arbeitsplätze bringt und durch den auch noch die Straßen kaputt gefahren werden."

Beobachter werten es als einen kleinen Erfolg, dass die Verwaltung auf Nachfragen zugeben musste, dass das Gelände für das Agrarzentrum im Landschaftsschutzgebiet liegt, das durch die Festsetzung von Ausgleichsflächen und durch den Bebauungsplan außer Kraft gesetzt werden soll. Erläuterungen zur Ausgleichsfläche kamen von Landschaftsplaner Lappen. Der betonte, dass ein Drittel des Geländes entlang der Bahn für Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sei: Bäume, Sträucher und Wasserflächen. Lappen betonte aber auch, dass es nicht möglich sei, die Wirkung der wuchtigen Silos etwa durch Bäume zu mildern.

Sitz in Willich

Die Bürger erfuhren auch, dass die Rheinische Waren Genossenschaft (RWG) mit Sitz in Willich inzwischen ihre Pläne geändert hat. Nunmehr sollen auf dem Gelände zwölf Silos mit einem Durchmesser von zehn bis elf Metern sowie drei Silos mit einem Durchmesser von 25 Metern gebaut werden. Alle 15 Silos werden 27 statt 30 Meter hoch.

Gegen Ende der Anhörung demonstrierten Kinder aus Tenholt mit selbstgemalten Schildern gegen das Projekt.