Kreis Heinsberg: Bei der Impfung haben die Heinsberger „gar nichts gemerkt”

Kreis Heinsberg : Bei der Impfung haben die Heinsberger „gar nichts gemerkt”

„Sie haben alles durchgelesen, verstanden, und Sie sind ganz gesund?” Dies fragt die Ärztin Martina Stawinoga jeden Bürger, der ins Gesundheitsamt im Heinsberger Kreishaus kommt, um sich gegen die Neue Grippe, die sogenannte Schweinegrippe impfen zu lassen.

Zu den ersten, die das Angebot im Rahmen der Impfaktion annahmen, gehörte auch Willi Dohmen, Mitglied der Heinsberger Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Gleich im Eingangsbereich des Gesundheitsamtes war er von zwei freundlichen Arzthelferinnen empfangen worden.

Er erhielt eine Einverständniserklärung, in der es unterschiedliche Fragen zu beantworten galt und die unterschrieben werden musste. Dazu gab es den Beipackzettel des Impfstoffs, der ihm auf zwei langen Seiten alles Wichtige dazu erklärte. Schließlich, nachdem keine weiteren Fragen aufgetaucht waren, händigten die beiden ihm eine gelbe Pappkarte aus, mit der er einen Flur weiter zur gelb gezeichneten Tür gehen konnte.

Wenn sich beim Ausfüllen der Einverständniserklärung weitere Fragen ergeben würden, bei Bürgern noch Informationsbedarf bestehe oder sie mit einer Erkrankung zur Impfung kämen, würde eine rote Karte sie zur Tür mit dem roten Schild führen. Dahinter würde dann alles Notwendige besprochen, bevor die Entscheidung zur Impfung getroffen werde, so die Arzthelferinnen.

Der Ärztin zeigte die gelbe Karte von Willi Dohmen, dass bei ihm die Impfung direkt möglich war. Gar nichts habe er gemerkt, sagte er anschließend und folgte gerne der Empfehlung, vorsichtshalber noch 20 Minuten in der Nähe zu bleiben. Für ihn als Feuerwehrmann sei es selbstverständlich gewesen, sich sofort zu Beginn der Aktion impfen zu lassen, „wegen der möglichen Gefahren, die auf uns im Einsatz lauern, wenn wir verletzten oder erkrankten Personen helfen müssen”.

Würde wirklich eine Pandemie ausbrechen, sei er als Feuerwehrmann sowieso im Einsatz. Zudem sei die Impfung kostenfrei und nicht mit einer weiten Anfahrt verbunden, lobte er die Organisation. Für seinen Kameraden Werner Kochs, Mitglied der Löschgruppe Dremmen, gab es einen weiteren Grund, sich so früh wie möglich impfen zu lassen: „Ich arbeite in einer Kläranlage”, sagte er.

Nicht nur Feuerwehrleute wurden jedoch zu Beginn der Kampagne im Kreisgesundheitsamt mit Impfstoff versorgt, sondern auch Bürger, die kurzfristig eine Reise antreten, etwa nach Großbritannien, aber auch in die USA, nach Mexiko oder wie Günter Herfs aus Straeten nach Peru. „Ich wollte jetzt jedes Risiko ausschließen”, erklärte er.

Das wollte auch eine Familie aus Unterbruch, die auf Kreuzfahrt geht. In ihren Reiseunterlagen stehe, dass sie im nächsten Hafen das Schiff verlassen müssten, falls sie an dieser Grippe erkranken würden, berichtete die Mutter. „Ich habe ein großes Interesse daran, dass ein hohes Maß an Schutz da ist”, begründete Amtsarzt Dr. Karl-Heinz Feldhoff die Entscheidung, Fernreisende, die sich im Gesundheitsamt melden, sofort in die Aktion mit einzubeziehen. „Wenn nicht, könnten sie infiziert zurückkommen.”

Zentrale Impftermine und Notfallpraxen

Für Privatpersonen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner in Sachen Impfung gegen die Neue Grippe. Termine für die Impfung in einer Praxis werden über die Praxis vergeben.

Zentrale Impftermine in den Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es für Patienten, deren behandelnde Ärzte keine Impfung gegen die Schweinegrippe in der eigenen Praxis anbieten, oder für Patienten, die keinen Hausarzt haben. Die zunächst für zwei Wochen vorgesehenen Termine sind ab 9. November jeweils montags von 14 bis 17.30 Uhr in Geilenkirchen (Martin-Heyden-Straße), ab 10.November jeweils dienstags von 14 bis 17.30 Uhr in Erkelenz (Goswinstraße) sowie ab 12.November jeweils donnerstags von 14 bis 17.30Uhr in Heinsberg (Auf dem Brand).

Die Terminvergabe für diese zentralen Impftermine erfolgt beim Gesundheitsamt des Kreises in Heinsberg unter 02452/135311.