Geilenkirchen: Begehbares Modell: 21 Meter lange Reise durch den Dickdarm des Menschen

Geilenkirchen : Begehbares Modell: 21 Meter lange Reise durch den Dickdarm des Menschen

Der größte begehbare Darm Europas kommt nach Geilenkirchen. Medizinisch interessierte Menschen können eine 21 Meter lange Reise durch den Dickdarm des Menschen antreten und sich dabei über die häufigsten Krankheiten informieren.

Das Darmkrebszentrum Geilenkirchen lädt am Samstag, 13. September, 13.30 Uhr bis 17 Uhr, zu einem Tag der offenen Tür ins Krankenhaus ein. Nach Fachvorträgen zum Thema Darmkrebs gibt es die Möglichkeit, Fragen an die Mediziner zu stellen. Aber auch ansonsten haben die Verantwortlichen des Darmkrebszentrums, Dr. Günter Haselow, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, und Dr. Manfred Nebeling, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, ein interessantes Programm zusammengestellt.

Sie informieren über Darmkrebs: Die Chefärzte Manfred Nebeling (l.) und Günter Haselow. Foto: Georg Schmitz

An diesem Nachmittag können die Operationssäle und die Endoskopieabteilung besichtigt werden, die Klinik für Anästhesie stellt sich vor, und an einem Informationsstand werden alle Fragen zum künstlichen Ausgang und zur Stomaversorgung beantwortet. Hygiene im Krankenhaus und Erste Hilfe im Notfall sind weitere Themen an diesem Tag, während die jungen Besucher sich beim Kinderschminken vergnügen können. In dem Darmmodell der in München ansässigen Felix Burda Stiftung, das im Innenhof aufgebaut wird, werden die Besucher schließlich über Polypen, Tumorbildungen und Darmkrebs informiert.

„Darmkrebs ist keine Krankheit des alten Menschen. Auf meiner Station liegen derzeit fünf Patienten im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die von Darmkrebs befallen sind“, erklärt der Chirurg Günter Haselow, warum frühzeitige Information so wichtig ist. Eben weil Information so wichtig ist, sind zertifizierte Darmzentren verpflichtet, regelmäßig Aufklärungsarbeit zu leisten.

Seit 2009 ist das Geilenkirchener Krankenhaus als einzige Klinik in der näheren Region von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. „50 Erstkrebsfälle müssen wir für die Zertifizierung pro Jahr operieren. Jetzt, im August, liegen wir schon bei 50. Bis Ende des Jahres werden es 75 sein“, sagt Haselow und verweist auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Spezialisten aus den verschiedensten medizinischen und pflegerischen Abteilungen und auf die wöchentliche Tumorkonferenz mit Patholgen, Radiologen, Onkologen, Psychoonkologen und Strahlentherapeuten. 40 Ärzte stehen im Darmzentrum für Diagnose, Behandlung und Operation zur Verfügung.

Wie wichtig die Vorbeugung ist, verdeutlicht Nebeling: Bei einer 64 Jahre alten Patientin hat er in diesen Tagen bei einer routinemäßigen Darmspiegelung eine flachen Polypen entdeckt. „Bei der Darmspiegelung konnte ich ihn komplett wegschneiden. Ein Jahr später wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Krebs geworden“, sagt Nebeling.

(st)