Städteregion: Befragung: Besucher sehen im KuK etwas Besonderes

Städteregion : Befragung: Besucher sehen im KuK etwas Besonderes

Außergewöhnlich, interessant, eindrucksvoll, hervorragend — und im besten Sinne „einfach irre“: Mit diesen Adjektiven geizen die Besucher des Kunst- und Kulturzentrums (KuK) der Städteregion in Monschau nicht. „Ungewöhnlich hohe Qualität“, „etwas ganz Besonderes“ und „macht bitte weiter so“ lauteten weitere Kommentare.

Das ist keine Lobhudelei, sondern das Ergebnis einer Erhebung von Nenja Ziesen vom Soziologischen Institut der RWTH Aachen im Auftrag des KuK-Fördervereins. „Und wir können wirklich zufrieden sein mit den Ergebnissen“, sagt Nina Mika Helfmeier, Leiterin des KuK. Seit 2002 ist das Haus an der Rur kulturelles Gründerzentrum, Atelierhaus und in der Öffentlichkeit mittlerweile vornehmlich als interessanter Ausstellungsort mit international besetztem Programm mit dem Schwerpunkt Fotografie bekannt.

Nenja Ziesen hat an sechs Terminen im November 2016 sowie im Juli 2017 insgesamt 320 Besucherinnen und Besucher zu deren Eindrücken befragt. Negative Äußerungen zum Gesamtkonzept und Programm des KuK sammelte sie lediglich zwei, was im Hinblick auf die Gesamtanzahl der Befragten bemerkenswert ist.

Insgesamt bemängelten wenige Befragte, dass das Haus nicht barrierefrei sei und dass die Rahmungen kein entspiegeltes Glas haben. Der deutlich überwiegende Teil von 99,4 Prozent äußerte sich positiv, auch weil der Eintritt frei ist. Allerdings wünschen sich einige Besucher mehr Verweil- und Sitzmöglichkeiten wünschen sowie Erfrischungen oder einen Shop zum Stöbern.

„Ein homogenes Bild ergab sich, und das ist uns wirklich eine wichtige Rückmeldung, mit Blick auf den Aufenthaltsanlass“, resümiert Nina Mika-Helfmeier. „69 Prozent der Befragten im November und 71 Prozent der Befragten im Juli gaben an, dass das KuK sowie die dortige Ausstellung der zentrale Anlass für sie war, nach Monschau zu kommen.“ 13 bzw. 17 Prozent verbinden einen Ausflug nach Monschau mit einem Besuch im KuK.

Der Anteil der treuen Besucher ist mit 72 bzw. 63 Prozent hoch, freut sich Mika-Helfmeier. Bei den Befragungen gaben sogar 44 bzw. 62 Prozent an, schon zehn Mal und öfter im KuK gewesen zu sein. Doch auch die Zahl der Erstbesucher ist hoch: 47 Prozent im November, 55 Prozent im Juli.

Information aus der Tageszeitung

„Für uns interessant ist natürlich auch die Frage, wie die Menschen von unseren Ausstellungen erfahren“, sagt Mika-Helfmeier. Am häufigsten (teils mit Mehrfachnennungen) wurden Tageszeitungen und/oder der hauseigene Flyer genannt. Jeder vierte Befragte wurde durch Empfehlungen von Freundinnen und Bekannten auf das KuK aufmerksam. Auch „Laufkundschaft“ gibt es: Immerhin 15 der Befragten im November 2016 und 19 im Juli 2017 sagten, sie seien zufällig am Ausstellungshaus vorbeigekommen.

Das Internet als Informationsquelle scheint bei den älteren KuK-Besuchern hingegen keinen hohen Stellenwert zu genießen. Zwar sagte ein großer Teil, dass Internetpräsenz sowie Facebook-Auftritt des Kuk bekannt seien, doch die Mehrheit der älteren Besuchern nutzt diese nicht. „Hier lässt sich ein Handlungsbedarf erkennen, unsere virtuellen Auftritte so umzugestalten, dass mehr Menschen sich davon angesprochen fühlen. Das kann dazu beitragen, das KuK über die Grenzen der Städteregion hinaus bekanntzumachen“, schlussfolgert Nenja Ziesen.

Eine gewisse überregionale Bekanntheit des KuK unterstreicht allerdings bereits die Herkunftserhebung der Befragten: Zwar kam erwartungsgemäß der überwiegende Teil der Befragten aus der Städteregion, angrenzenden Kommunen sowie dem nahen Grenzgebiet in Belgien und den Niederlanden, aber vereinzelt gab es auch Besucher aus Frankfurt, Hamburg, Berlin, Amsterdam, Gent und anderen weiter entfernten Orten. Gerade für dieses Klientel wäre das wichtig, was Ortskundige als weniger relevant empfanden: die Beschilderung im Ort und zum KuK. Diese ist den Kommentaren zufolge ausbaufähig.

Bei den frei zu äußernden sonstigen Kommentaren wurden sehr individuelle Wünsche laut. „Die Anregungen schauen wir uns natürlich eingehend an und behalten sie im Hinterkopf, wenn wir Anpassungen in Erwägung ziehen“, verspricht Mika-Helfmeier, wenngleich klar sei, dass nicht auf alles eingegangen werden könne. „Aber wir sind froh und sehr zufrieden, dass so viele Menschen eine große Bereitschaft gezeigt haben, uns umfassend Feedback zu geben.“

Das Meinungsbild sei bei den beiden Erhebungszeitpunkten überwiegend deckungsgleich gewesen, so dass davon auszugehen sei, dass die Ergebnisse für das Gros der Besucher stehe.

„Die hohe Zufriedenheit, die sich insbesondere mit den Inhalten und dem Konzept abzeichnet, bestärkt uns darin, diesen Weg weiterzugehen“, schaut Nina Mika-Helfmeier in die Zukunft: Im KuK soll zusätzlich zum Fotografie-Schwerpunkt absehbar auch ein Foto-Forum mit internationalem Netzwerk und Fortbildungsmöglichkeiten entstehen.

(red)