Jülich: Beachvolleyball: Das einzige Turnier ohne freien Eintritt

Jülich : Beachvolleyball: Das einzige Turnier ohne freien Eintritt

Die heilige Kuh macht muh. Mit missgelauntem Unterton. Freier Eintritt bei einem Beachvolleyball-Turnier - das ist so eine heilige Kuh. Und die wird angetastet beim DKB-Beach-Cup, der bekanntlich am Wochenende von Düren nach Jülich umzieht.

Das Sand-Spektakel, bei dem am Sonntag unter anderem die Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann dabei sind, ist vom im Umbau befindlichen Dürener Rathausvorplatz in den Jülicher Brückenkopf-Park verlegt worden. Das Turnier selbst kostet keinen Eintritt, dafür aber der Brückenkopf-Park.

„Ich habe schon viele Beachvolleyball-Turniere gesehen, aber eins, das Eintrittsgelder kostet, noch nie”, sagt beispielsweise der Dürener Markus Schnitzler, der mit über 1000 Einträgen zum Thema Volleyball und Beachvolleyball auf der Internetplattform Wikipedia als das wandelnde Volleyball-Lexikon gilt.

Wie Schnitzler denken viele Volleyballfans aus der Region. Dass zeigen die Reaktionen im Internet. Offenbar ist die Begeisterung für die Goldmedaille in Jülich aber größer als die abschreckende Wirkung der muhenden heiligen Kuh.

„Wir gehen gucken”, sagt Marie Göcking, die Geschäftsführerin des Jülicher TV und selbst aktive Volleyballerin. „Dass im Brückenkopf-Park Eintrittsgeld bezahlt werden muss, ist völlig normal. Wenn wir nach Düren fahren, um da Volleyball zu schauen, dann ist der Eintritt auch nicht frei.” Die Vorfreude auf das Sandspektakel ist sogar so groß, dass die Jülicher Volleyballer ein Turnier auslassen, um beim DKB-Beach-Cup dabei zu sein.

Sie könnte aber noch größer sein. Vor allem, weil die Werbung für das Turnier mit Deutschlands besten Spielern, die nicht erst seit London absolute Weltspitze sind, eigentlich so gut wie nicht stattfindet.

Der Veranstalter Kreis Düren kündigt das Turnier auf seiner Internetseite ausführlich an und verweist für weitere Informationen auf die virtuelle Präsenz des Brückenkopf-Parks. Da war bis Mittwoch kein einziges Wort zu lesen. Dabei profitiert doch gerade die größte Freizeiteinrichtung des Kreises von dem Turnier. Plakate in Jülich - Fehlanzeige.

Bleibt zu hoffen, dass die Goldmedaille so sehr strahlt, dass die Fans angelockt werden. Denn das Ambiente stimmt. Angefangen beim Sand. Der hat nämlich genau die Körnung des Geläufs, das in London auf der Horseguards Parade aufgeschüttet wurde.

Vom Goldmedaillen-Gewinner bis zum Schüler - alle dürfen sie durch olympischen Sand pflügen. 110 Tonnen hat der Kreis Düren aus den Quarzwerken Frechen ankarren lassen, um das Beachvolleyball-Feld am Rand des Brückenkopf-Parks zu ertüchtigen.

Vorteil für die Allgemeinheit: Der Sand bleibt nach dem Turnier liegen. Olympische Bedingungen in Jülich für alle.

Das Drumherum passt ebenfalls. Schließlich ist der Brückenkopf-Park sicher eines der schönen Fleckchen in Jülich. Eine eigens aufgebaute Tribüne bietet 350 Sitzplätze, ansonsten ist das Spielfeld weitläufig einzusehen. Beispielsweise von dem einige Meter entfernten Wall des Apfelquadrats. Ebenfalls nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Park-Café. Gute Voraussetzungen eigentlich.

Auch das Wetter soll stimmen, laut den ersten Prognosen. Und selbst wenn nicht: „Die Goldmedaillengewinner haben gezeigt, dass sie auch bei schlechtem englischen Wetter gewinnen können”, sagte der Zeltbauer am Beachvolleyball-Center-Court.