Kreis Heinsberg: Banken nach bewegtem Jahr noch zufrieden

Kreis Heinsberg : Banken nach bewegtem Jahr noch zufrieden

„Nach einem bewegten Jahr können wir mit dem Ergebnis noch zufrieden sein“, sagte Dr. Veit Luxem, Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg, bei der Bilanzpressekonferenz am Freitag in Erkelenz.

Luxem sprach die „bescheidenen Rahmenbedingungen“ mit der Kombination aus Niedrigzins, wachsender Bürokratie und überzogener Regulatorik an, doch die genossenschaftliche Beratung habe sich bewährt. „Engagierte und kompetente Mitarbeiter, Nähe zu den Mitgliedern und kaufmännische Verantwortung waren Grundlagen unseres Erfolges.“

Auch wenn der erwartete Bilanzgewinn — infolge des anhaltenden Niedrigzinses — von 6,7 Millionen Euro in 2016 auf voraussichtlich 5,8 Millionen Euro in 2017 zurückgehen dürfte: Rund 1,1 Millionen Euro sollen als Dividende an die mehr als 38.000 Mitglieder ausgezahlt werden, kündigte Luxem gemeinsam mit seinen Kollegen Hubert Jütten, Klaus-Dieter Kroll und Ulrich Lowis an.

Die Genossenschaftsbanker konnten aber auch viele Wachstumszahlen verkünden: 4,7 Prozent im betreuten Kundenvolumen (auf 5,3 Milliarden Euro) und 4,2 Prozent in der Bilanzsumme (auf 2,6 Milliarden Euro), 5,2 Prozent bei Ausleihungen (auf 2,1 Milliarden Euro) und 4,4 Prozent bei Einlagen (auf 3,3 Milliarden Euro).

„Es ist richtig, dass viele unserer Kunden ihren Vermögensanlagen Wertpapiere und Fonds beimischen“, meinte Luxem. „Gemeinsam mit der Investition in die eigenen vier Wände ist dies eine geeignete Strategie, um die Verluste durch den Niedrigzins auszugleichen und vorzusorgen.“ So sei es auch nicht verwunderlich, dass über die Voba Immobilien eG 178 Immobilien mit einem Volumen von 23 Millionen Euro vermittelt worden seien.

Der Bankensprecher skizzierte den regionalen Geldkreislauf. Mit ihren Einlagen würden die Kunden ihren Beitrag zur Finanzierung der örtlichen Wirtschaft leisten. „Es macht uns in den Genossenschaftsbanken hier im Kreis stolz, dass die Menschen ihren Volksbanken und Raiffeisenbanken ihr Geld anvertrauen.“

Ausbauen wollen die genossenschaftlichen Institute entsprechend den gestiegenen gesetzlichen Anforderungen ihr „hartes Kernkapital“: Vorgesehen sei, das Eigenkapital um 12,9 Mllionen auf 257,9 Millionen Euro zu steigern.

Luxem sagte, unter dem Arbeitstitel „Multikanalstrategie“ hätten die Verantwortlichen in den Banken immer eine ganzheitliche Betrachtung vorzunehmen und verändertes Kundenverhalten und Standortpolitik insgesamt zu würdigen. Aber: „Mir ist vor der Zukunft nicht bange.“ Ob digitales Geschäft oder als Bank vor Ort: „Wir haben beide Möglichkeiten im Köcher.“

Der Kunde entscheide selbst. Aktuell hätten die Banken kreisweit noch 53 Geschäftsstellen. Es seien keine Schließungen in der Pipeline, aber: „Die Filialen stehen regelmäßig auf dem Prüfstand.“ Die Mitarbeiterzahl sei von 614 auf 586 gesunken, werde wohl auch weiter reduziert, doch dieser Prozess laufe „sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen“ ab, wie Luxem feststellte.

Weitere Fusionen im Sektor der heimischen Genossenschafts­banken seien aktuell kein Thema, hieß es auf entsprechende Nachfrage.

(disch)