Selfkant: Bakterien im Kampf gegen Raupen-Plage

Selfkant : Bakterien im Kampf gegen Raupen-Plage

Seit 2003 breitet sich der Eichenprozessionsspinner von Westen (Niederlande und Belgien) kommend am linken Niederrhein mit etwa 20 bis 30 Kilometer Geschwindigkeit pro Jahr aus. Mittlerweile ist auch der Kreis Heinsberg von der Ausbreitung betroffen.

Deshalb agiert die Straßenmeisterei Heinsberg in diesem Jahr mit Bakterien die den Verdauungstrakt lahm legen sollen und damit auch zur Regulierung der Eichenprozessionsspinner-Population dient.

Norbert Dismon von der Unteren Landschaftsbehörde sagte ausdrücklich: „Wir bekämpfen die Raupen nicht mit Pestiziden zum Schutze unserer Mitarbeiter und der dort lebenden Menschen.” Die Bekämpfung dauert zwar etwas länger, ist aber für den Menschen ungefährlich. Gerade die vorbeugende Maßnahme kann verhindern, dass sich ab dem dritten Stadium bei den Larven Gifthärchen (Setae) mit Widerhaken entwickeln, die ein Nesselgift, das Thaumetoporin, enthalten und zu Hautausschlägen führen kann.

In der Gemeinde Selfkant mussten in diesem Jahr die Gemeindearbeiter erst an zwei Standorten den Flammenwerfer einsetzen. Hubert Schürmann von der Gemeindeverwaltung schließt daraus: „Die schlechte Witterung in der letzten Zeit hat Schlimmeres verhindert.”

Die Raupen durchlaufen fünf bis sechs Entwicklungsstadien bis zur Verpuppung und werden bis zu fünf Zentimeter lang. Sie haben eine dunkle, breite Rückenlinie mit samtartig behaarten Feldern und rotbraunen, langbehaarten Warzen. Sie leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen im „Gänsemarsch” auf Nahrungssuche, daher der Name „Prozessionsspinner”.

Die älteren Raupen ziehen sich tagsüber und zur Häutung in Raupennester (Gespinste), die bis zu einem Meter lang werden können, am Stamm oder in Astgabelungen von Eichen zurück.