Herzogenrath: Bagger modellieren Solarpark Nummer 2

Herzogenrath : Bagger modellieren Solarpark Nummer 2

Der Solarpark Herzogenrath, zweitgrößtes Projekt dieser Art in NRW, soll einen Ableger bekommen. Seit gut drei Wochen wühlen sich im Tagebau Hochfeld Bagger und Planierraupen durch das Erdreich, um schon einmal die Hanglagen so zu modellieren, dass Photovoltaik-Module im richtigen Winkel zur Sonne aufgestellt werden können.

„Das sind Arbeiten zur Hangsicherung der Grube, die wir mit Blick auf die Auflagen der Bergbehörde ohnehin vornehmen müssten. Nur führen wir sie etwas flacher und planer aus“, erläutert Charles Russel, Inhaber der Nivelsteiner Sandwerke, die auf dem Feld zurzeit feinste eisenarme Glassande abbauen. Mit einer Genehmigung zum Abbaggern bis zum Jahr 2032.

Ein Meer aus Photovoltaikplatten: Ähnlich wie hier in Nivelstein wird es bald auch im Hochfeld aussehen.

Der Flächennutzungsplan war im Zuge der Planungen für den schon am 27. Juni 2012 ans Netz gegangenen Solarpark Herzogenrath im Tagebau Nivelstein auch schon auf das Hochfeld ausgelegt worden.

Vorbehaltlich aller Gremienbeschlüsse könnte schon im April auf den ersten 30.000 Quadratmetern die Sonnenernte beginnen, um dann eine Leistung von rund 4 Megawattstunden pro Jahr zu erbringen. Womit ein Drittel der avisierten neuen Anlage fertiggestellt wäre. Strom für rund 1300 Vier-Personen-Haushalte würden dann hier aus Sonnenkraft produziert. 16.000 Solarmodule sollen dazu im ersten Abschnitt am Rande des Tagebaus Hochfeld installiert werden.

Wird weiter Glassand wie bisher verkauft, steht letztlich eine nutzbare Fläche zur Verfügung, die der des Solarparks in Nivelstein entspricht. Angepeilt sind dafür die kommenden drei Jahre.

Zusammen mit der 82.000 Quadratmeter großen Erstanlage im Tagebau Nivelstein würden ab April dann rund 14,5 Megawatt Sonnenenergie pro Jahr ins Netz fließen.

Auch für die neue Anlage ist eine Umzäunung wie in Nivelstein geplant, die mit einer Buchenhecke bepflanzt wird. Auf Wunsch des Heimatvereins soll es zudem eine Aussichtsplattform geben, wie Charles Russel ankündigt. Damit man bei der Wanderung rund um Worm und Wildnis auch zukunftsweisende Technologien bewundern kann.

Noch sieht das Gelände im Hochfeld wie eine Mondlandschaft aus, stehen aber erst einmal die Solarmodule, kommt der futuristische Aspekt hinzu. Wie man ihn schon in Nivelstein in Augenschein nehmen kann, auf einer Grundfläche, die für elf Fußballfelder reichen würde. 42.000 Solarmodule wurden hier am Süd-West-Hang von der Geilenkirchener Firma Pohlen Solar im Winkel von 19 Grad aufgestellt.

Während der knapp zwei Monate dauernden heißen Bauphase waren bis zu 120 Arbeiter von 7 bis 22 Uhr im Einsatz, um wie am Fließband Solarmodule auszupacken und einzubauen. 1000 Tonnen Stahl wurden verarbeitet, vorher waren 580.000 Tonnen Erde bewegt worden. Alles das sorgt heute mit dafür, dass bei einer Spitzenleistung von 10 Megawatt gleichzeitig über 5500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr eingespart werden. Das ist so viel CO2, wie 125 Durchschnitts-Haushalte in Deutschland jährlich produzieren.

Damit niemand im Solarpark sein Unwesen treiben kann, haben ihn 24 Kameras im Blick. Regt sich nach Feierabend dennoch etwas auf dem Gelände, wird sofort der Wachdienst alarmiert...