Düren: B56n: Archäologen vor Abschluss ihrer Arbeit

Düren : B56n: Archäologen vor Abschluss ihrer Arbeit

In den Bau der Dürener Ostumgehung (B56n) scheint endlich Bewegung zu kommen. Zumindest haben die Archäologen, die auf der Suche nach Überresten des im 17. Jahrhundert von der Landkarte verschwundenen Ortes Miesheim auf der geplanten Trasse bereits zahlreiche Fundstücke gesichert haben, nach gut neunmonatiger Spurensuche mittlerweile die Kölner Landstraße erreicht.

„Ich gehe nach Rücksprache mit dem Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege derzeit davon aus, dass die Arbeit der Archäologen im Juni abgeschlossen sein wird“, erklärte Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßen NRW auf Nachfrage. Das würde bedeuten, dass der Straßenbau im ersten Teilstück der B56n zwischen der Firma Neapco im Dürener Süden und der Kölner Landstraße endlich ausgeschrieben werden könnte. Die Unterlagen liegen seit fast einem Jahr fertig in der Schublade, können aber erst veröffentlicht werden, wenn die Archäologen „grünes“ Licht gegeben haben.

Aber noch ist Meyer vorsichtig. Auf einen Termin für den Beginn der Straßenbauarbeiten will er sich nicht festnageln lassen. Zum einen könnten die Altertumsforscher ja immer noch etwas Wichtiges im Boden finden, zum anderen könne es auch in einem Vergabeverfahren immer einmal zu Beschwerden kommen, die weitere Verzögerungen zur Folge hätten. Läuft ab jetzt aber alles problemlos, könnten im September/Oktober die Bagger anrollen — fast drei Jahre nach dem feierlichen Spatenstich mit reichlich Politprominenz im Dezember 2013. Damals war noch von einer Abschluss der Gesamtmaßnahme im Jahr 2017 die Rede. Dieser Zeitplan gehört aber längst der Geschichte an.

Allein der Bau des ersten Teilstückes der Ostumgehung wird anderthalb Jahre dauern, betont Meyer und könne selbst mit größerem Personaleinsatz nicht unbedingt und an jeder Stelle beliebig forciert werden. Nach derzeitigem Stand geht der Projektleiter davon aus, dass der erste Teilabschnitt nun im Frühjahr 2018 für den Verkehr freigegeben werden kann, mit einer Fertigstellung der kompletten Ostumgehung rechnet er Ende 2019/Anfang 2020; immer vorausgesetzt, dass es zu keinen weiteren Komplikationen kommt.

Damit dürfte jedoch die Frage der Stockstoffdioxidbelastung auf der jetzigen B56 im Bereich Euskirchener Straße/Schoellerstraße wieder auf die Tagesordnung kommen. Im 2013 in Kraft getretenen Luftreinhalteplan für die Stadt Düren wird die Ostumgehung als „Königsmaßnahme“ zur Reduzierung der vom Straßenverkehr ausgehenden Luftverschmutzung angeführt. Seit Jahren werden die Grenzwerte auf der innerstädtischen Bundesstraße deutlich überschritten. Trotz Luftreinhalteplan hat sich daran auch 2015 nichts geändert. Der Messwert liegt weiterhin 50 Prozent über dem erlaubten.