B 56 n: Wird 2007 erstes Teilstück fertig gestellt?

B 56 n: Wird 2007 erstes Teilstück fertig gestellt?

Kreis Heinsberg. Der Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Achim Großmann (SPD), war zu einem Gesprächstermin ins Heinsberger Kreishaus gekommen.

Über den Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg (CDU) war der Kontakt geknüpft worden, und nun erschien der Staatssekretär zu dem Termin mit Landrat Stephan Pusch (CDU).

Die anstehenden großen Straßenbauprojekte standen im Mittelpunkt einer Bestandsaufnahme, die den Zweck hatte, die Punkte auszumachen, die zu einer schnellere Verwirklichung der B56n und der B221n beitragen könnten.

Großen Wert legte der neue Landrat darauf, dass die Vorsitzenden der vier im Kreistag vertretenen Fraktionen in das Gespräch mit einbezogen wurden.

Erfreut über Initiative

„Ich bin dankbar, dass ein solches Gespräch stattfindet”, zeigte sich Leo Dautzenberg erfreut über die Initiative des Landrates. Pusch wertete das Gespräch als Auftakt zu weiteren Aktivitäten, die zum Ziel hätten, die Fertigstellung der für den Kreis so bedeutsamen Straßenbauprojekte zu forcieren.

Die B 56 n befindet sich im Bundesverkehrswegeplan im „vordringlichen Bedarf”, sie genießt also höchste Priorität. Die Einleitung des zweiteiligen Planfeststellungsverfahrens soll spätestens Anfang 2005 erfolgen.

Unter günstigen Voraussetzungen wird mit einer Fertigstellung des ersten Bauabschnitts, von der Grenze bis zur L 410 (der früheren Transitstraße), im Jahr 2007 gerechnet. Wann der Anschluss an die A 46 erfolgt? Da spricht der Landesbetrieb Straßenbau in Mönchengladbach von 2010/2011.

Priorisierung

Doch Staatssekretär Großmann wollte sich auf eine Jahreszahl nicht festlegen lassen: „Dass der erste Bauabschnitt im Jahr 2007 fertig gestellt wird, ist im Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und den Niederlanden so festgelegt. Dafür werden 22 Millionen Euro bereitgestellt.”

Auch wenn für den folgenden Abschnitt bis zum Anschluss an die A 46 sowohl baurechtliche Schritte wie Finanzierungsfragen zu klären sind, so ist in Sachen Priorisierung vor allem das Land gefragt. Der Staatssekretär wies auf die Bedeutung eines Konsenses vor Ort hin.

Dazu gehöre auch die Einigkeit in der Frage „Tieflage im Bereich Pütt/Waldenrath”. Großmann wies aber auch auf Erfahrungen hin: „Je kleiner eine Lücke im Fernstraßennetz ist, um so größer wird der Druck, diese Lücke zu schließen.”

Ähnlich verhält es sich bei der B221n. Da erwartet Großmann, dass die Abschnitte Arsbeck und Wildenrath in den neuen Fünf-Jahres-Plan Aufnahme finden und der Verwirklichung nichts mehr im Wege steht, zumal die Planfeststellungsverfahren derzeit laufen würden. Aber auch da sei in Sachen Priorisierung das Land gefragt.

Die Probleme in den Bereichen der Ortsumgehungen Wassenberg und Unterbruch nahm er zur Kenntnis und wies auch in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung des Konsenses in der Region hin.

Großmann: „Wenn in nächster Zeit zwei der noch fehlenden vier Abschnitte gebaut werden, dann ist man einen großen Schritt weiter und kann in der Zwischenzeit bei den noch ausstehenden Abschnitten bestehende Probleme lösen und Planungsfortschritte erzielen.”

Zuschüsse notwendig

In Bezug auf die Fertigstellung der geplanten größeren Kreisstraßenprojekte, insbesondere Ortsumgehungen, bat Bau- und Umweltdezernent Josef Nießen den Staatssekretär um Unterstützung in Form einer dauerhaften und ausreichenden Bereitstellung finanzieller Bundesmittel für den kommunalen Straßenbau, da ohne diese Zuschüsse größere Kreisstraßenprojekte nicht mehr zu realisieren seien.

Trotz noch zu klärender Einzelfragen sei insgesamt festzustellen, „dass wir beim Straßenbau im Kreis Heinsberg auf einem guten Wege sind”, zog Landrat Stephan Pusch eine positive Bilanz des Gesprächs.