Aachen: AZ-Couponaktion zum Nikolaus: Hans Muff mit dem Öcher Akzent

Aachen : AZ-Couponaktion zum Nikolaus: Hans Muff mit dem Öcher Akzent

„Froh und munter sein“ trotz Öcher Mistwetter: Der traditionelle Nikolaus-Besuch und die AZ-Couponaktion auf dem Aachener Weihnachtsmarkt haben am Donnerstag zahlreiche Aachener mit ihren Kindern auf den Katschhof gelockt. Für den späten Nachmittag hatte sich der heilige Held des 6. Dezember angesagt, bereits ab 14.30 Uhr hatten Leser unserer Zeitung zwei Stunden lang die Gelegenheit, an zahlreichen Ständen die in den letzten Tagen veröffentlichten Coupons einzulösen. Rund 4000 sollen es am Ende des Nachmittags gewesen sein.

Nach halb drei eilten dann auch etliche Grüppchen zwischen den Budenreihen auf dem Marktplatz und zwischen Dom und Rathaus umher — mit Gutscheinen in den Fingern und den Leckereien entgegen: Im zusehends internationalen Gewirr des Aachener Weihnachtsmarktes lotsten Eltern ihre Kinder mal mehr, mal weniger zielsicher zu Printenmännern, Kinderpunsch und Karussellvergnügen. Am Fiebus-Stand auf dem Markt waren die Waffeln der Renner. Dabei hätten es Nicci Fiebus und ihr Team durchaus gerne gesehen, wenn mehr Kinder durch die AZ-Coupons in den süßen Genuss gekommen wären: „Immer wieder kommen hier Erwachsene mit einem halben Dutzend Gutscheinen an, die keine Kinder bei sich haben.“ Insgesamt sei aber alles so gelaufen, wie man es sich gewünscht habe: „Hauptsache, die Leute sind happy.“

Für die Kleinen schürte AZ-Redakteur Manfred Kutsch immer wieder via Lautsprecherdurchsage die Vorfreude auf den Besuch von Nikolaus und Hans Muff, der rheinischen Variante des übellaunigen Knecht Ruprecht. Das perfekte Aufwärmprogramm für den Besuch des „heiligen Mannes“ und seines ewigen Assistenten: die Karussells auf Markt und Katschhof. Auch hier gab es Gratisrunden für Coupon-Besitzer, die den Betreibern wie Hans-Günter Auras stressige zwei Nachmittagsstunden mit voller Auslastung bereiteten. „Das tue ich mir gerne an“, sagte der erfahrene Schausteller lächelnd und mit einem Abwinken. „Die Kapazität reicht gerade, aber an der Aktion beteiligen wir uns immer wieder gerne.“ Dazu dudelte passenderweise der Klassiker „Ihr Kinderlein kommet“ aus den Boxen.

Während des Wartens auf den Nikolaus, beim Kinderpunsch-Schlürfen am Ratskeller oder am Glühweintreff auf dem Katschhof, bot sich den kleinen Gästen allerdings mitunter auch wenig Verheißungsvolles für das Erwachsenenleben. Befremdlich für den einen oder anderen jungen Weihnachtsmarktbesucher, aber ein durchaus bekanntes Phänomen: Zur relativ unchristlichen Nachmittagszeit gaben sich einige Große bereits in etlichen Bechermengen dem frisch getesteten und für überdurchschnittlich gut befundenen Aachener Glühwein hin.

Auf der Bühne am Katschhof hatten ab 16.30 Uhr die „Alkuin-Kids“ das musikalische Vorprogramm für den Besuch von Nikolaus und Hans Muff übernommen. Die 22-köpfige Schülerband der Aachener Realschule und ihr musikalischer Chef Ernst Kampmeier sorgten mit Popsongs und Weihnachtsliedern für Atmosphäre, beklatscht von zahlreichen kleinen und großen Besuchern.

Gegen 16.50 Uhr bahnte sich dann der Star des Nachmittags den Weg durch die Wartenden, stilecht mit Bischofsgewand und begleitet von seinem grimmigen Kompagnon in Braun. Dass der Nikolaus und sein Hans Muff aber weniger an arktische Kälte sondern vielmehr an hiesiges Schmuddelwetter gewöhnt sind, zeigte sich bei den warmen Grußworten. Da offenbarten die bärtigen Männer echten Öcher Akzent, besonders Hans Muff machte aus seiner Herkunft keinen Hehl.

Ein mögliches „Outing“ auf der Bühne hätte hinter den Kostümen dann auch das karnevalistisch erprobte Vater-Sohn-Duo Georg und Jürgen Brammertz offenbart. „Den Termin heute bei der Alemannia hat der Hans Muff ganz allein wahrgenommen“, scherzte letzterer augenzwinkernd mit Blick auf die „Unartigen“ von der Krefelder Straße. Wissendes Raunen dann auch im Publikum. Den Kindern dürften die schwarz-gelben Sorgen der Älteren egal gewesen sein: Sie freuten sich über das mitgebrachte Spielzeug und die Süßigkeiten.