Geilenkirchen: Awacs: Ganz normaler Übungsflug in die Türkei

Geilenkirchen : Awacs: Ganz normaler Übungsflug in die Türkei

„Viele Dinge werden einfach falsch dargestellt, dadurch wird der Öffentlichkeit ein negativer Eindruck vermittelt”, ist Oberst Reinhard Mack enttäuscht über die offensichtlich von Unkenntnis getragene Berichterstattung in manchen Medien.

Die GZ hatte am Freitag Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Kommandeur des Flugplatzes und Dienstältesten Deutschen Offizier (DDO) auf der Awacs-Basis.

Dabei nahm Reinhard Mack auch Stellung zu Gerüchten, wonach Aufklärungsflugzeuge des Geilenkirchener NATO-E-3 A Verbandes in dieser Woche in die Türkei nach Antalya verlegt worden seien, um von dort aus bei einem eventuellen Einsatz im Irak unterstützend eingreifen zu können.

„Das entbehrt jeder Grundlage, es gibt keine Vorkehrungen für einen solchen Fall”, sagt der Oberst. Es sei eine Maschine nach Antalya geflogen, um ganz normale Übungsaufträge zu absolvieren, wie sie über das ganze Jahr verteilt stattfänden.

Mack: „Zur Zeit wird an der Runway in Konya/Türkei gearbeitet, deshalb ist die Maschine in Antalya gelandet. Am Montag kommen die Awacs und die Crew wieder nach Geilenkirchen zurück.”

„Das Triebwerkproblem ist seit langem bekannt, und wir arbeiten daran”, geht der Oberst auf den Lärmfaktor ein. Derzeit würde auf Basis des aktuellen Standes diskutiert, daher müsse auch auf die Bäume auf niederländischer Seite eingegangen werden.

Mack: „Die Bäume beeinflussen nicht nur den Start, sondern zunehmend massiv den Landeanflug aus Richtung Niederlanden.”

Als Anflugmindestwerte seien die Sicht nach vorne und die Untergrenze der Wolken maßgeblich. Die Minimal-Sicht nach vorne betrage 800 Meter, die Wolkenuntergrenze 60 Meter. „Aufgrund der Baumhöhe dürfen die Wolken beim Landeanflug nicht tiefer als 150 Meter sein, außerdem wird jetzt schon ein Minimum von 2,4 Kilometer Sichtweite benötigt”, erklärt der Oberst den Status Quo.

Dieser Umstand würde sich beim Landeanflug auch nicht mit neuen Triebwerken verändern. Beim Start wäre mit neuen Triebwerken eine gewisse Verbesserung möglich.

Auf Grundlage der Vorschriften seien die Anflugverfahren festgelegt, unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsaspekte. „Hier ist vor Beginn der Start-, beziehungsweise Landebahn ein hindernisfreier Raum definiert.

Wenn ein Hindernis, wie etwa ein hoher Baum, in diesen Raum hineinragt, müssen die Werte angehoben werden”, ergänzt Reinhard Mack. Von niederländischer Seite werde immer wieder eine Verlängerung der Start- und Landebahn gefordert.

Der Oberst: „Aufgrund der Baumhöhe würde dies zum jetzigen Zeitpunkt eine Verlängerung von 600 Metern bedeuten. Die Bäume wachsen aber weiter. Nach neuesten Berechnungen müsste die Runway im Jahre 2007 dann 800 Meter länger sein als heute.”

Das Problem Anflug sei damit aber immer noch nicht gelöst. „Ich möchte auch einmal klarstellen, dass die Bäume des in Frage kommenden sechs Hektar großen Waldstückes nicht gefällt werden”, sagt Mack. Man wolle das ökologische Gleichgewicht erhalten und aus diesem Grund nur die Höhe der Bäume begrenzen.

„Um den hindernisfreien Raum und damit die Sicherheit zu gewährleisten, müssen nur die Spitzen gekappt werden”, ergänzt der Flugplatzkommandeur.

Die Zahl der Einsätze sei ebenfalls festgelegt: „Wir haben gewisse Einsatzpotentiale zu fliegen, die gewisse Mengen an Kerosin erfordern.” Aus Gewichts- und Sicherheitsaspekten gehe eine Verstärkung der Steigleistung aufgrund von Hindernissen einher mit einer Verringerung der Kraftstoffzuladung.

„Weniger Kraftstoff bedeutet weniger Flugzeit”, konstatiert der Oberst. Um den operationellen Auftrag zu erfüllen, müssten dann aber mehr Flugzeuge eingesetzt werden. „Mehr Flugzeuge bedeuten mehr Flugbewegungen”, versucht Reinhard Mack das Problem zu erklären.

Der Commander der Base Support Wing weiter: „Um Sicherheit, die uns sehr am Herzen liegt, auch weiterhin zu gewährleisten, erfolgt nach Umbauten am Flugzeug in den letzten Jahren eine Neuberechnung der Leistungsparameter. Deshalb müssen wir in naher Zukunft die Kraftstoffzuladung noch mehr einschränken.”