Geilenkirchen/Onderbanken: Awacs: Alles dreht sich um mögliche Verlegung

Geilenkirchen/Onderbanken : Awacs: Alles dreht sich um mögliche Verlegung

Aufsehen erregt haben Berichte unserer Zeitung über einen als „Option” ins Auge gefassten Abzug oder Teilabzug des Hauptarbeitgebers in der Region, des NATO-E-3 A Verbandes.

Die Medien diesseits und jenseits der Grenze haben sich inzwischen mit dem Thema beschäftigt.

Den Vorwurf, dass die Bäume ein großes Sicherheitsrisiko für Start und Landung der Awacs-Flugzeuge darstellen und damit ein Hauptgrund für eine eventuelle Verlegung des Verbandes sein sollen, kann der Beigeordnete der Gemeinde Onderbanken, Hans Ubachs, nicht nachvollziehen.

„Die Äußerung von General Winterberger passt in eine Reihe von Drohungen, um Druck auszuüben”, erklärte der Beigeordnete auf GZ-Anfrage. Man könne sich nicht derart „erpressen” lassen, und es könne nicht sein, dass ein Problem auf deutscher Seite in die Niederlande geschoben werde.

Vielmehr „soll die Stadt Geilenkirchen Druck ausüben und unsere niederländische Option, die Startbahn in Richtung Geilenkirchen zu verlängern, prüfen”.

Eine nur 50 bis 100 Meter längere Start- und Landebahn bedeute, dass die Flugzeuge auf niederländischer Seite schneller an Höhe gewinnen und so die Bäume keine große Rolle mehr spielen würden. Falls aber die Bäume tatsächlich gekappt werden müssten, würden die Flugzeuge noch niedriger über Schinveld fliegen. Ubachs: „Dann ist noch ein Stück Lebensqualität weg.”

„Bei uns sollen sechs Hektar gefällt werden, das ist ein riesiges Stück Wald”, erklärt der Beigeordnete weiter. Allerdings sei die Gemeinde Onderbanken jederzeit zu Gesprächen mit der Stadt Geilenkirchen bereit. Diese habe bisher aber auf drei Einladungen der Gemeinde Onderbanken nicht reagiert.

„Wir laden die Stadt Geilenkirchen in den nächsten Tagen noch einmal zu Gesprächen ein. Wenn uns die deutsche Seite entgegenkommt, werden wir uns auch bewegen,” sagt Ubachs. Es ließe sich über alles reden, auch über das Kappen einer Anzahl von Bäumen.

Geilenkirchens Beigeordneter Herbert Brunen will sich den Vorwurf, die Stadt sei nicht zu Gesprächen bereit, nicht gefallen lassen, äußerte sich aber nicht zu den Bäumen. Er erklärte am Dienstag auf Anfrage: „Auf Vermittlung der IHK Aachen hat bereits ein Gespräch mit Onderbankens Bürgermeister Hub Meijers in Maastricht stattgefunden. Wenn die Gemeinde Onderbanken ein weiteres Gespräch wünscht, werden wir das Angebot gerne annehmen.”

Der NATO-E-3 A Verband will sich nicht in die Gespräche um die Bäume einmischen, weil dies eine Angelegenheit zwischen der Gemeinde Onderbanken und der niederländischen Regierung sei.

US-Generalmajor Gary A. Winterberger teilte auf Anfrage unserer Zeitung aber mit, dass alles getan werden müsse, um die Einsatzbereitschaft des Verbandes zu gewährleisten. Deshalb würde zur Zeit geprüft, welche Alternativen bestünden.

Der Awacs-Kommandeur: „Es könnte eine Verlegung von Teilen des Verbandes, aber auch eine komplette Verlegung notwendig werden.” Er könne allerdings nur Empfehlungen geben, die Entscheidungen würden auf politischer Ebene bei der NATO in Abstimmung mit allen beteiligten Nationen fallen.