Erkelenz: Ausstellung „Mythos Paare” im Haus Hohenbusch

Erkelenz : Ausstellung „Mythos Paare” im Haus Hohenbusch

Die Kunstausstellung der Mitglieder des Fördervereins Haus Hohenbusch steht unter dem Motto „Mythos Paare”. Vor den zahlreich erschienenen Neugierigen und Interessierten stellte der Leiter der Sommer-Kunstakademie Hohenbusch und Organisator der Vernissage, Peter Valentiner, die provozierende Frage, ob das Motto nicht doch nur ein „doofes Thema” sei.

Das nämlich habe er aus einem Gespräch, bei dem er zufällig Ohrenzeuge wurde, herausgehört. Und er wies darauf hin, dass es eigentlich kein „doofes” Thema geben könne, schon gar nicht in der Kunst, sondern nur ein ebensolchen Umgang damit. Und mit Kunst umzugehen, sei bekanntlich alles andere als einfach. Was aber macht, so Valentiner, Kunst aus? Sind es die Farben, die Formen, die Räume? Natürlich das auch. Aber im Wesentlichen müsse der Blick geschärft werden - und das zum Teil im wahrsten Sinne des Wortes.

Kunst habe die Aufgabe, das scheinbar Banalste interessant darzustellen. Auch ein Abstecher in die Welt Degas´ oder Picassos, die mit Mut gegen eingefahrene Perspektiven und Weltansichten gekämpft und zum Glück gewonnen haben, war mit Bedacht gewählt. Denn wer als Künstler nicht nur gegen seine eigenen Grenzen angeht, sondern sie nicht auch zu durchstoßen versucht, wird niemals etwas Neues erfinden. Valentiner traf damit durchaus den Nerv der Vernissage.

Die Vorstellung der einzelnen Künstler und Künstlerinnen, die allesamt dem Förderverein angehören, blieb absichtlich im Klang seiner Worte stecken - zum Glück, denn umso neugieriger wurde man auf die Bilder, Fotografien und Skulpturen aus Holz und Metall. So wurde beim anschließenden Betrachten der Kunstwerke sehr schnell klar, dass diese allesamt eine eigene Sprache sprechen. Man muss sich nur darauf einlassen.

Für einige Momente sich öffnen für eine andere Sprache aus Farben und Formen und Tiefen, die ein inneres Gespräch entfachen, in dem man sich plötzlich wiederfindet, weil die An- und Erregung der Bilder einfach zu stark ist, als dass man gleichgültig die Ausstellung verlassen könnte. Exemplarisch herauszugreifen, ohne freilich einen einzigen der nahezu 18 Bildenden Künstler damit zurückzustellen, wäre zum einen Christa Hammermeister, die als Einzige das Thema Einsamkeit beim geschlechtlichen Miteinander aufgegriffen hat.

Ihre gesichtslosen, zum Teil gar fratzenhaften Figuren lagen sich weder in den Armen noch zu Füßen; sie schienen eher verloren, verloren in ihrer eigenen Haut. Das Bild „Umarmung” von Urte Schmuck löste denn doch bei den Besuchern eine lange Diskussion aus: zwischen Unfähigkeit der Darstellung bis hin zu raffiniertem Anschneiden von erotischer Fantasie war die Rede.

Einmal mehr ein Beweis dafür, dass Kunst keine geschlossene Gesellschaft ist, sondern einiges mehr: Kunst ist Ausdruck eines Innern, das sonst im alltäglichen Miteinander kaum zur Sprache kommt.Die interessante Ausstellung in Haus Hohenbusch stellt mit „Mythos Paare” auch insgeheim die Frage, ob das Paarsein überhaupt noch Zukunft hat. Die ausgestellten Bilder erzählen nicht nur viele Geschichten, sie berichten nicht nur von der Lust der Liebe, sondern auch von ihrem Schmerz, ihren Sehnsüchten und den sonstigen Facetten einer unerklärbaren Tiefe.

Die Ausstellung ist noch am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juni, jeweils von 10 bis 18 Uhr zu sehen.