Heinsberg: Ausschreitungen nur mit Mühe unterbunden

Heinsberg : Ausschreitungen nur mit Mühe unterbunden

Welche Tarantel einen Oberbrucher Spieler gestochen hatte, dies blieb vielen in der Halle am Klevchen ein Rätsel.

Das Finale um die 26. Heinsberger Hallenfußball-Stadtmeisterschaft bot eine Traumpaarung: TuS Rheinland Dremmen gegen BC 09 Oberbruch. Die besten und ranghöchsten Clubs kämpften um die Stadtkrone. Dremmen führte 3:0. Plötzlich kamen Nickligkeiten auf, Schiri Charl Vollmer hatte kein leichtes Amt.

Oberbruch schoss sich heran bis zum 2:3, mit dem 4:2 für Dremmen fiel dann jedoch die Vorentscheidung (Endstand 4:3). Plötzlich herrschte Aufregung in der Halle, zwei Spieler hatten sich in der Wolle.

Beide Streithähne wurden von ihren Mannschaftskollegen auf die Bank geschickt. Der Oberbrucher Spieler riss sich wieder los, wollte zur Dremmener Ecke. Es gelang OBC-Coach Kurt Rademacher, seinen Schützling zu beruhigen. Auf dem Weg zur Bank ließ sich der Spieler jedoch von Zuschauern provozieren, schlug einem ein Getränk aus der Hand. Im Handumdrehen entstand ein Tumult.

Zum Glück artete die Sache nicht aus, obwohl die Emotionen auch bei Oberbruchs Vorstandsmitglied Norbert Wallrafen hochschlugen. „Leute, lasst die Sprüche mit den Ausländern sein”, appellierte Stadionsprecher Konrad Bohnen. Dieser hatte dazu aufgerufen, sich sportlich zu verhalten und auch die ausländischen Sportsfreunde gebeten, Fairness an den Tag zu legen.

Bei der Siegerehrung war auch Walter Geiser, stellvertretender Bürgermeister, von den Vorgängen etwas geschockt. Für viele war der Ausraster völlig unnötig. Die Niederlage des OBC saß wohl zu tief, ansonsten wäre diese Dummheit nicht zu erklären.

Dennoch war es erneut eine gelungene Stadtmeisterschaft. Veranstalter Union Schafhausen mit seinem erfahrenen Team und den „Leitwölfen” Hans Dohmen, Tilmann Thönnissen, Tilmann Mühlenmeister, Hermi Jansen und Konrad Bohnen hatten alles im Griff.

Heinsbergs Stadtprinzenpaar Heinz II. und Helga von den Brööker Waaterratten war zu Gast wie auch der Schafhausener Karnevalsverein mit seinen Tollitäten Prinz Stefan Buecher und Prinzessin Katrin.

Geflüstertes

Hinter den Kulissen war wieder einiges für das „Sportgeflüster” zu hören. „Ralf Schranz (Spielertrainer bei BW Kirchhoven) soll nach dieser Saison endgültig aufhören”, war im Regieraum zu hören. „Der Ralf hat nie ein Foul gemacht, er war der fairste Spieler, den ich kenne. Und er war stets in kämpferischer Hinsicht ein Vorbild”, kamen lobende Worte von Tillmann Thönnissen. „Und der Roußaint geht Ende der Serie nach Scherpenseel als Spielertrainer,” wurde âgeflüstertÔ. Viele in der Halle staunten über dieses Gerücht, doch es muss wohl was dran sein, denn die Dremmener wiedersprachen nicht.

Eine ganz tolle Idee hatte Schafhausens Hans Dohmen. „Wir müssen irgend eine Gaudi heute auf dem Festabend machen”, hieß es im Regieraum am Samstagnachmittag. „Wir lotte dat Ferkel einfach dur die Hall loope”, lachte Dohmen.

Statistisches

Insgesamt wurden 142 Tore erzielt, das 100. Tor erzielte Patrick Roußaint im Zwischenrundenspiel des TuS Dremmen gegen GW Karken. Unter den 33 Spielen gab es lediglich ein torloses Spiel (Heinsberg-Lieck und Kirchhoven), dreimal ein 1:0. Zweimal gab es ein 6:0 in der Vorrunde (Randerath-Porselen - Waldenrath-Straeten; Dremmen - Kirchhoven). Dremmen schoss in der Zwischenrunde ein 7:1 gegen Unterbruch heraus und war auch im torreichsten Spiel des Turniers (6:4 gegen Karken) beteiligt.

Dremmen erzielte mit 29 Toren die meisten Treffer.

Spieler des Turniers wurde Dremmens Stürmer Patrick Roußaint. Vor allem am Finaltag zauberte der Torjäger, zeigte viele technische Kabinettstücken und erhielt mehrmals Szenenapplaus. Von den 17 Toren am Finaltag des TuS Rheinland machte Roußaint fast alle im Alleingang. Beim 7:1 gegen Unterbruch brauchte Roußaint keine zwei Minuten für einen Hattrick.

Dremmen war bei diesen Titelspielen eindeutig das beste Team und nahm den Cup verdient mit nach Hause.

Als Schiris waren im Einsatz: Juppi Funken, Jürgen Eitel (Freitag), Michael Kranz und Stefan Buecher (Samstag) sowie Charly Vollmer und Theo Meissner am Finaltag.