Wegberg: Aus Ölschlamm wird neuer Kraftstoff

Wegberg : Aus Ölschlamm wird neuer Kraftstoff

Die Clyvia Technology GmbH hat eine Versuchskampagne gefahren, bei der insgesamt 20 Tonnen stark verunreinigter Ölschlämme erfolgreich aufbereitet und anschließend in hochwertigen mineralischen Kraftstoff umgewandelt wurden.

Der Ölschlamm bestand zu mehr als 25 Prozent aus Wasser und Leichtsiedern, da dem Ausgangsprodukt - aufgrund der niedrigen Temperaturen, die während des Winters in dem Ursprungsland herrschen - Benzin beigemischt war. Dies ist in manchen Regionen üblich, um den Treibstoff flüssig zu halten. Das teilte Clyvia in Wegberg mit.

Die Anlagen von Clyvia sind jedoch für Ausgangsstoffe mit maximal fünf Prozent Verunreinigungen ausgelegt. Aus diesem Grund müssen Anlagen, in denen vergleichbar belastete Ausgangsstoffe verarbeitet werden sollen, zusätzlich mit einer Dekantier-Stufe ausgestattet werden, die Wasser und Benzin abscheidet, bevor der eigentliche Verarbeitungsprozess auf Basis der so genannten fraktionierten Depolymerisation beginnen kann.

Ein weiteres Problem für die Wegberger Spezialisten stellte der hohe Schwefelgehalt des vorgegebenen Materials von 5500 ppm (parts per million) dar, der jedoch nach dem Umwandlungsprozess auf 2000 ppm absank. Davon ausgehend können entsprechende Natriumentschwefelungsanlagen dimensioniert werden, die das fertige Produkt auf die vom Kunden gewünschten Grenzwerte reduzieren. Sie liegen beim bei Heizöl 1000 ppm und bei Diesel 50 parts per million.

Insgesamt führte der Großversuch in Wegberg damit zu dem gewünschten Erfolg und hat gezeigt, dass die von Clyvia entwickelte Technologie zur Erzeugung von Heizöl und Diesel aus Altöl auch unter extremen Bedingungen zum Einsatz kommen kann, da sich die Anlagen ganz nach Bedarf konfigurieren lassen.

„Mit der jetzt durchgeführten Kampagne haben wir eindeutig unter Beweis gestellt, dass unsere Anlagen auch für problematische Ausgangsstoffe geeignet sind”, so kommentiert Dr. Manfred Sappok. Er ist einer der beiden Geschäftsführer der Clyvia Technology GmbH und über die Ergebnisse des erfolgreichen Großversuchs erfreut. „Interessierten Kunden gewähren wir dazu gerne Einblick in die Details der Versuchsergebnisse”, versichert er weiter.