Erkelenz: Aus einem alten Ritter wird ein Publikumsmagnet

Erkelenz : Aus einem alten Ritter wird ein Publikumsmagnet

Rund zwei Monate hatten die Erkelenzer Zeit, sich über das Weltbild und die Reisen des niederrheinischen Marco Polos aus Lövenich zu informieren: Jetzt ging die Ausstellung im Haus Spiess über Arnold von Harff in die Zielgerade. Insgesamt zählte Günther Merkens vom Heimatverein rund 1320 Besucher.

Dazu kamen noch 480 Besucher der begleitenden Veranstaltungen, in denen über Harff und das Pilgerwesen im Mittelalter aufgeklärt wurde. Eine Resonanz, die in Erkelenz eher zu den Seltenheiten gehört, wie er in seiner kurzen Ansprache zur Finissage der Ausstellung betonte.

Ein besonderer Dank Merkens galt dem Kurator Dieter Pradel, der es verstanden hatte, gerade Kindern und Jugendlichen auf lebendige Weise Wissenswertes über Harff und seine Reisen zu vermitteln. Dabei hatte er auch nicht mit Kritik gespart, war Harff doch schließlich auch ein „Lügenbold”, der seiner Pilgerreise einfach ein Jahr hinzugedichtet hatte, in dem er es angeblich bis Mekka und ins ferne Indien geschafft haben wollte.

Auch bei der Finissage ließ er die Gäste im Erdgeschoss auf sich warten, während er im ersten Stock einer Gruppe von Kindern manche Anekdote aus Harffs Leben zu erzählen wusste. Bewaffnet mit einem Schwert und einem Pilgerhorn, in das er auch gerne kräftig stieß, wirkte er so gar nicht wie ein Museumsführer - ein Umstand, der ihn bei den jungen Besuchern umso beliebter machte. Einige seiner Geschichten brachten natürlich auch die Erwachsenen zum Schmunzeln, zum Beispiel, dass der Heilige Antonius in unserer Gegend als „Ferkestünn” verehrt wird.

Nach einem kleinen Umtrunk und Geschenken für die beiden Kuratoren Prof. Gertrude Cepl-Kaufmann und Dieter Pradel ging die Ausstellung ihrem Ende entgegen. Cepl-Kaufmann erklärte, dass der Erkelenzer Harff den Menschen seiner Zeit die Welt eröffnet und gezeigt habe, „wie die Ferne heimatlich” sei. Auch der vielbesprochene Ritter und Pilger hatte noch eine Bitte für die Ausstellungsbesucher. „Besucht mich mal gelegentlich an meinem Grab in Lövenich”, lautete der Abschiedsgruß des Pilgers.