Kreis Heinsberg: Aus dem „Klingelmuseum” wird ein Elektrolabor

Kreis Heinsberg : Aus dem „Klingelmuseum” wird ein Elektrolabor

Im Kreis zahlreicher Sponsoren, Vertreter der unterstützenden Firmen sowie weiterer Ehrengäste feierte die Kreishandwerkerschaft Heinsberg in ihrem Ausbildungszentrum in Erkelenz-Terheeg die offizielle Eröffnung der neu gestalteten Elektro-Werkstatt mit einem festlichen und geselligen Programm.

Sie alle waren zu dieser kleinen Feierstunde eingeladen worden, damit sie sich „von der hohen Qualität unserer überbetrieblichen Ausbildung” überzeugen konnten, wie Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn, Elektro-Innungsobermeister Hans-Peter Tholen und Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Vondenhoff formuliert hatten.

In diesem Elektro­labor, das nach den neuesten technischen Erkenntnissen eingerichtet worden ist, sollen die Auszubildenden bei der überbetrieblichen Unterweisung das nötige Wissen für die Zukunft erhalten. „Es ist ein bewegender Moment, die neuen Ausbildungsräume hier in Erkelenz-Terheeg mit einweihen zu dürfen”, sagte Innungsobermeister Hans-Peter Tholen in seinem Grußwort und Dank an die Sponsoren, die diese Ausbildungsstätte erst möglich machten.

Er erinnerte sich noch gut daran, wie damals mit museumsreifen Bauteilen und Geräten ausgebildet wurde und der Ausbildungsraum von den Lehrlingen als „Klingelmuseum” bezeichnet wurde. „Um immer nah am Puls der Zeit sein zu können, bedarf es vieler helfender Hände in Theorie, Praxis und auch Unterstützer in materieller und finanzieller Hinsicht.”

„Lernen und Handeln”

Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn betonte in seiner Festrede, die überbetriebliche Unterweisung habe die Aufgabe, die mit der Berufsbildung bezweckte Zielvorstellung der Förderung beruflicher Handlungskompetenz von Auszubildenden mit speziell dafür entwickelten Ausbildungsmaßnahmen zu unterstützen. Seit vielen Jahren werde dies nach den anerkannten Methoden „Lernen und Handeln” praktiziert.

Grundlage der überbetrieblichen Ausbildung sei in der Bildungsstätte der Bildungsauftrag des Betriebes. Nicht jeder Betrieb könne in der eigenen Werkstatt alle nach Ausbildungsordnung vorgeschriebenen beruflichen Kenntnisse vermitteln. Dies sei vor allem eine Folge der fortschreitenden betrieblichen Spezialisierung sowie zum Teil fehlender professioneller und materieller Voraussetzungen für eine wirkungsvolle Ausbildung.

Alleine im Elektro-Bereich konnten seit dem Bestehen der Ausbildungsstätten der Kreishandwerkerschaft in Erkelenz-Terheeg, Geilenkirchen und Jülich von 1967 bis 1972 sowie in Granterath von 1973 bis 1995, in Erkelenz am Franziskanerplatz von 1996 bis 2006 und seit 2007 wieder in Erkelenz-Terheeg einige Tausend junge Menschen in den einzelnen Lehrgangssegmenten ausgebildet werden. Zurzeit werden 154 Auszubildende über das Jahr verteilt geschult.

Größter Ausbilder

Hat das Handwerk noch einen goldenen Boden? Wilfried Wiesenborn klärte auf: Im Kreis Heinsberg gebe es über 3300 Handwerksbetriebe mit über 20.000 Arbeitnehmer. Damit sei das Handwerk in der Region der größte Arbeitgeber. Selbstredend habe das Handwerk einen maßgeblichen Anteil an der Leistungsfähigkeit der gesamten Wirtschaft im Kreis Heinsberg.

Das Handwerk sei zudem der größte Ausbilder in der Umgebung. Allein im Kreis Heinsberg hätten im vergangenen Jahr 525 Jungen und Mädchen ein Ausbildungsverhältnis in einem Handwerksbetrieb begonnen; davon 51 im Elektrohandwerk. „Gut ausgebildete Handwerker sind ein Segen und ohne sie kann keine Gesellschaft bestehen. Sie sorgen für Lebensqualität in den verschiedensten Bereichen”, betonte Wilfried Wiesenborn und unterstrich damit die Bedeutung der überbetrieblichen Ausbildung.

Ein besonderer Dank sprach der Kreishandwerksmeister dem Ausbildungsmeister Udo Straten aus, der maßgeblich an der Umgestaltung der Elektrowerkstatt mitgewirkt hatte. Bei einem Rundgang informierte Straten die Gäste über das Ausbildungsprogramm.