Kreis Heinsberg: Auftakt der Meisterkonzerte unbefangen und leicht

Kreis Heinsberg : Auftakt der Meisterkonzerte unbefangen und leicht

Kaum merklich sah man ab und an eine kleine Bewegung mit dem Bogen, einen Blickkontakt vielleicht. Mehr brauchten die knapp 20 perfekt aufeinander eingespielten Musiker des Tschechoslowakischen Kammerorchesters Prag nicht.

Ihr musikalischer Leiter, Jan Mrácek, konnte sich an der ersten Geige selbst getrost der Musik hingeben. Und mit ihm tat es das Publikum. Gefüllt waren die Stuhlreihen im Atrium des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz zum ersten Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in der neuen Saison.

Wie immer mit dabei: die Eine-Welt-AG der Schule, deren Mitglieder die Gäste in der Pause mit Getränken versorgten. Ehrenamtlich, versteht sich. Das so verdiente Geld fließt in Projekte, die von der AG in Brasilien und Indien unterstützt werden. Da kann es ruhig auch schon mal ein Glas mehr sein.

Der Rausch hingegen kam von der Musik allein: von der andächtigen Ruhe einer sanften Ouvertüren-Suite von Johann Fischer, von der ergreifenden Sopranstimme Anne Ellersieks bei der Bach Kantate „Weichet nur, betrübte Schatten” und der Melodik von Anton Dvóraks schwungvoll-mitreißender Serenade E-Dur für Streichorchester op. 22. Sopran, Oboe, Violine und Fagott entwickelten raffiniert ihre Solopassagen bei der Hochzeitskantate Bachs.

Ja, der Meister der Kirchenmusik schrieb auch einige weltliche Stücke. Mit den neun poetischen Strophen von „Weichet nur, betrübte Schatten” zauberte Sopranistin Anne Ellersiek eine barock verschnörkelte Frühlingsankunft, die Liebesjahreszeit, in das Atrium. Dann Heimspiel: den tschechischen Komponisten Anton Dvórak. Wie eine sanfte Welle nahmen die Streicher die Zuhörer mit in die Welt der Serenade E-Dur, verdichteten ihr Spiel und klangen wieder zart.

Unbefangen und leicht umspielte die Musik die Zuhörer. In einigen Momenten lud sie förmlich zum Tanzen ein, wenn die slawischen Tänze zu hören waren. Ausgedehnter Applaus dankte und wollte nicht enden, bevor das Tschechoslowakische Kammerorchester Prag noch eine Zugabe brachte.