Geilenkirchen: Aufkleber verschandeln das Stadtbild

Geilenkirchen : Aufkleber verschandeln das Stadtbild

Eine Kommune ist stets bemüht, für ein sauberes Stadtbild zu sorgen. In Geilenkirchen sind Graffiti-Sprühereien in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen, parallel dazu stieg aber die Anzahl der „wilden Klebereien“.

Unbekannte verunstalten regelmäßig und mit großer Ausdauer Masten, Schilder, Papierkörbe, Bänke und anderen Gegenstände mit farbigen oder weniger bunten Aufklebern — zum Teil, um ihr Revier zu markieren, zum Teil, um Botschaften zu verbreiten.

Die Mitarbeiter des Bauhofes haben fast jede Woche alle Hände voll zu tun, um die manchmal sehr hartnäckigen Bildchen wieder zu entfernen. Das machen sie mit großer Geduld, denn für das Beseitigen von nur einem Aufkleber können je nach Untergrund bis zu 15 Minuten verstreichen. Die Arbeit bleibt bei denjenigen hängen, die eigentlich wichtigere Aufgaben übernehmen sollten, bringt es ein Passant auf den Punkt.

„Um die Aufkleber zu beseitigen, entsteht ein Arbeitsaufwand von 25 Stunden jeden Monat“, hat der Leiter des städtischen Bauhofes, Wolfgang Jansen, ausgerechnet. Lars Maibaum ist gelernter Straßenwärter und der Mann, der regelmäßig die geklebten Hinterlassenschaften abkratzen muss. Auch in diesen Tagen ist er wieder unterwegs. Meist weisen aufmerksame Bürger die Stadt auf die Stellen hin. So auch auf einem 20-Zonen-Schild am Anfang der Haihoverstraße.

Leider ist auch eine Häufung von Aufklebern mit rechtsradikalen Botschaften festzustellen. Das ist dann oft ein Fall für den Staatsschutz. Im Jahr 2012 wurde er für Geilenkirchen gleich ein Dutzend mal eingeschaltet. Am vergangenen Wochenende entdeckten Bürger in Hochheid erneut einen der Behörde zwischenzeitlich bekannten Aufkleber auf einem Verkehrsschild, der eine Gruppe Neonazis mit Hitler-Gruß zeigt. Dann ist da noch die Einladung zu einem, zwar bereits älteren, aber eindeutigen Marsch in Stolberg. Kürzlich fand sich sogar ein Hakenkreuz an der Bushaltestelle mitten in der Innenstadt, das von Tiefbauamtsleiter Hans-Josef Bröhl recht schnell beseitigt wurde.

Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden regelmäßig auf derartige Aufkleber aufmerksam gemacht und veranlassen ein sofortiges Entfernen. Mittlerweile sind überall Reste von beseitigten „Relikten“ zu finden, und auch das ist kein schöner Anblick.

Sachdienliche Hinweise zu den Aufklebern nehmen die Ordnungsbehörden und die Polizei entgegen.