Beeck: Auf dem Beecker Flachsmarkt die Vergangenheit besucht

Beeck : Auf dem Beecker Flachsmarkt die Vergangenheit besucht

In die Vergangenheit entführten 180 Handwerker die Besucher des Beecker Flachsmarktes.

In alte Tracht gehüllt, demonstrierten sie, wie zu Großmutters Zeiten gewebt, getöpfert und gesponnen wurde. Auch beim Klöppeln, Korbflechten, Besenmachen und Zigarrendrehen erhielten die Besucher bei strahlendem Wetter Gelegenheit, über die Schulter der fingerfertigen Aussteller zu blicken.

Außerdem wurden auf dem Markt Klompen hergestellt, Kupfer bearbeitet, Kerzen gemacht und Keramik von Hand bemalt. Für die Kleinen gab es besondere Angebote. So konnten sie zum Beispiel ihr eigenes Springseil drehen oder Kerzen ziehen.

Anziehungspunkt war auch das Zelt des Heimatvereins Beeck, wo an alten Geräten die Verarbeitung von Flachs vom Strang bis zum fertigen Leinen gezeigt wurde. Hier erfuhren Interessierte auch, dass sich viele Redensarten vom Umgang mit Flachs ableiten. Da beispielsweise der Opa der Familie für die Bedienung der Knackhaspel zuständig war, nannte man ihn den „alten Knacker.”

Beim Hutmacher konnten die Besucher die Entstehung verschiedener Kopfbedeckungen beobachten. Techniken ihrer Arbeit boten außerdem der Pfeifenmacher, der Stellmacher, der Besenmacher und der Feinhaarpinselmacher. Ein Pinsel spielte auch eine Rolle beim Barbier - hier konnten sich die Herren nach alter Manier ihren Bart stutzen lassen.

Doch nicht nur Menschen zeigten, was sie konnten, auch tierische Arbeiter gab es zu sehen. An mehreren Stellen waren Bienen hinter Glas in ihren Waben beschäftigt. Überall gab es Dinge aus der guten alten Zeit zu erstehen: Zu den bäuerlichen Raritäten gehörten ein Leiterwagen, eine Wäschemangel, Zinkwannen und ein Flachskamm. Gegenstände aus Holz, Schafwolle und Wurzeln ließen sich ebenso finden wie Schmuck, Tonarbeiten und Papyrusbilder.

Offiziell eröffnet wurde der Markt von Schirmherr Bert Wirtz, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer. Er gratulierte dem Heimatverein zum 20-jährigen Bestehen. Das Engagement des Vereins, der stets die alten Traditionen bewahrt und mit dem Flachsmarkt sogar eine Tradition erschaffen habe, sei nicht hoch genug einzuschätzen. Zum Geburtstag überreichte er dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Heinz Gerichhausen, einen Scheck über 300 Euro.

Unter drohenden Worten in Mundart an mögliche Diebe stellten Mitglieder des Heimatvereins im Anschluss ihr Symbol für den Markt auf: An einer Stange waren das Wappen der Stadt Wegberg befestigt sowie ein Eisenschwert und eine Hand, der ein Finger fehlte - die früher übliche Bestrafung für Langfinger.

Ein Handwerkermarkt habe schon im 15. Jahrhundert in Beeck stattgefunden, so Gerichhausen. Vor 20 Jahren sei dieser durch die Arbeit des Vereins wieder belebt worden.

Gute Arbeit leiste auch Bernd Limburg aus Schönhausen. Als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Schönhausen habe er viel für die Belange der Bürger getan. Als Anerkennung bekam Limburg darum die traditionelle Auszeichnung des Flachsmarktes, eine vergoldete Medaille, die eine Flachsblüte zeigt, sowie eine Urkunde.

Limburg bedankte sich bei seinen Vorstandsmitgliedern und den Vertretern der Stadt für ihre Unterstützung. Auch Bürgermeisterin Hedwig Klein gratulierte. Limburg habe viel für die Integrationsfähigkeit seines Wohnortes geleistet habe. Sie wünschte den Besuchern des Flachsmarktes viel Spaß beim „Loope, Kieke, Koope und Vertelle”.