Erkelenz-Gerderhahn: Auch nach 50 Jahren mit „Jenhaner Platt” vertraut

Erkelenz-Gerderhahn : Auch nach 50 Jahren mit „Jenhaner Platt” vertraut

Für Änni Offermanns, die sich vor 50 Jahren dem Orden der Dominikanerinnen anschloss, war es der letzte Besuch in ihrem Heimatort Gerderhahn.

Seit 50 Jahren verrichtet die Ordensfrau als Schwester Wilhelmine ihren Dienst in den Armensiedlungen Brasiliens und besuchte anlässlich ihres Goldenen Ordensjubiläums ihre Familie, die Freunde und all diejenigen, von denen sie seit Jahrzehnten für ihre missionarische Tätigkeit Unterstützung erhält.

Angeregt durch die Tätigkeit der Ordensschwestern im Kloster Golkrath, trat Änni Offermanns am 4. August 1955 dem Orden der Dominikanerinnen in Ilanz/Schweiz bei. Der Zeit als Novizin folgte am 7. März 1958 die Einkleidung und die erste Profess. Zur Freude ihres Vaters Wilhelm wählte sie den Ordensnamen Wilhelmine. Gemäß ihrem Wunsch reiste sie am 3. Oktober 1959 nach Brasilien. Dort legte sie 1961 ihr ewiges Gelübde ab und verrichtet bis heute ihren Dienst für die Ärmsten des Landes, vornehmlich für Kinder und Jugendliche.

Die ersten Jahre verbrachte sie in einer Siedlung mitten im Urwald. Später siedelte sie in die Nähe der Millionenstadt Sao Paulo, wo sie als Krankenschwester in einem Hospital ihren Dienst verrichtete.

Mit Hilfe von Spenden aus der Heimat baute sie Dutzende Häuser sowie eine Schreinerei, eine Näherei und zuletzt einen Computerraum. Obwohl längst in Rente, fand die geschäftige Ordensfrau Unterstützung des Bürgermeisters ihres Wohnortes Paranapanema.

Die größte Hilfe aber erhält Schwester Wilhelmine immer noch aus ihrer Heimat: Geld- und Paketspenden aus Gerderhahn und Tüschenbroich, von Prälat Arnold Poll und von Schülern der Realschule Wegberg. Aktuelle Ereignisse aus Gerderhahn und Umgebung erfährt sie durch die sonntäglichen Telefongespräche mit ihrer Schwester und dem Schwager. Schwester Wilhelmine stellte bei ihrem Besuch unter Beweis, dass sie auch im fernen Brasilien ihre Muttersprache, das „Jenhahner Platt”, nicht verlernt hat.

Tränenreich verlief der Abschied aus Gerderhahn, als sie ihr Heimatdorf für immer verließ. Nach der Feier anlässlich ihres goldenen Ordensjubiläums, die im Schweizer Mutterhaus des Ordens stattfand, befindet sich Schwester Wilhelmine seit einigen Tagen wieder in Brasilien, wo sie das Weihnachtsfest für sich und „ihre” Kinder vorbereitet.

Insbesondere ihre Familienangehörigen und Freunde stimmte es überaus traurig, dass die Gerderhahner Ordensfrau zum letzten Mal ihren Heimatort besuchte und für immer bei „ihren” Kindern in Brasilien bleiben wird.