Erkelenz: Auch Kinder für Ernstfall schulen

Erkelenz : Auch Kinder für Ernstfall schulen

An der Franziskusschule lernen die Schüler nicht nur lesen und schreiben. In der vierten Klasse steht auch Erste Hilfe auf dem Lehrplan. Mit dem Kursangebot wollen Schulleitung und Rotes Kreuz die Kinder für den Fall vorbereiten, wenn einmal „Not am Mann” ist. DRK-Geschäftsführer Wilfried Mercks, die zuständige Sachbearbeiterin Rachel Wimmer und die zukünftige Kursleiterin Jennifer Müller brachten als Einstandsgeschenk eine Kiste mit Unterrichtsmaterialien mit.

In den nächsten Monaten bis zu den Sommerferien werden die rund 70 Viertklässler nun einmal pro Woche den Umgang mit Pflaster, Mullbinde sowie die korrekte stabile Seitenlage erlernen. „Wir wollen die Kinder schon früh mit der Ersten Hilfe vertraut machen”, betonte Mercks.

Gerade da viele Unfälle in der Freizeit passierten, müssten die Kinder frühzeitig verstehen, wie sie sich und anderen helfen können. „Darüber hinaus hoffen wir natürlich auch auf eine Verhaltensänderung, denn wer weiß, was alles passieren kann, der passt auch besser auf.”

Das Projekt „Kinder helfen Kindern” ist auf Initiative der Schulleitung entstanden und wurde früher mit den Johannitern durchgeführt. Der scheidende Schulleiter Heinz Musch betonte, dass das Erlernen der Sofortmaßnahmen den Schülern stets viel Spaß bereitet habe. „Wir legen Wert darauf, dass die Kinder sich auch selbst helfen können”, erklärte er. Die Sofortmaßnahme würden sonst erst in den weiterführenden Schulen vermittelt. „Somit haben unsere Schüler einen kleinen Wissensvorsprung.”

Die Inhalte des Unterrichts orientieren sich an den normalen Erste-Hilfe-Kursen, sind jedoch kindgerecht aufbereitet. So werden die einzelnen Materialien und ihre Anwendungsmöglichkeiten anhand eines Memory-Spiels spielerisch erlernt. In insgesamt 20 Unterrichtseinheiten werden die Kinder in übersichtlichen Gruppen mit der Ersten Hilfe vertraut gemacht.

Ausbilderin Müller stammt selber aus der Jugend des Roten Kreuzes und freut sich auf die Arbeit mit den Kindern. „Richtig lustig wird es, wenn wir mit der Beatmungspuppe anrücken”, betonte sie aus Erfahrung. Zu den Klassikern der Ausbildung gehört die so genannte „stabile Seitenlage”. Die Kinder werden jedoch mit der modernen Version vertraut gemacht. „Die besteht aus nur noch zwei Griffen.” So werden die Eltern am Ende von ihren Kindern noch einiges lernen können.