Kreis Heinsberg: Auch Jusos im Kreis Heinsberg lehnen Groko ab

Kreis Heinsberg : Auch Jusos im Kreis Heinsberg lehnen Groko ab

Die Jusos im Kreis Heinsberg halten ihrem Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert, der die große Koalition zwischen SPD und CDU/CSU verhindern möchte, eindeutig die Stange.

Daran lässt der Kreisvorsitzende Lars Kleinsteuber keinen Zweifel. „Ich kann ihnen für die Mehrheit sagen, dass wir die Haltung von Kevin Kühnert unterstützen.“

Einige Mitglieder seien generell gegen eine Groko, weil sie die Meinung verträten, dass eine Neuauflage Deutschland, der politischen Kultur und der Gesellschaft schaden würde. „Wir brauchen einen grundlegenden Politikwechsel in Deutschland und glauben, das geht nicht in einer Groko“, sagt Kleinsteuber, der seit April letzten Jahres im Amt ist.

Martin Schulz habe schon direkt nach der Bundestagswahl und dann erneut nach den gescheiterten Jamaika-Gesprächen erklärt, die SPD stünde für eine Groko nicht mehr zur Verfügung. Innerhalb kürzester Zeit habe die SPD im Kreis Heinsberg danach 20 Neueintritte im „Juso-Alter“ zwischen 14 und 35 Jahren verzeichnen können. „Das zeigt uns ganz deutlich, dass die Entscheidung die richtige war.“

Außerdem, so der 20-Jährige, seien die Voraussetzungen im Jahr 2013 andere gewesen. „Damals waren viele Projekte der SPD im Koalitionsvertrag, wie zum Beispiel der Mindestlohn, die Mietpreisbremse oder die Rente nach 45 Berufsjahren. Jetzt finden sich hier keine neuen Leitideen. Da werden Dinge als Scheinerfolg verkauft, die bereits in der alten Groko beschlossen waren, und das ist Augenwischerei.“

Ob er denn nicht befürchte, dass die SPD bei einer Neuwahl noch mehr Federn lassen müsse? „Ich denke, dass es möglich ist, dass wir kurzfristig Niederlagen einstecken müssen, um langfristig durch eine wiedererlangte Glaubwürdigkeit von den Wählern belohnt zu werden.“