„Auch der Kreis Heinsberg keine aidsfreie Zone”

„Auch der Kreis Heinsberg keine aidsfreie Zone”

Kreis Heinsberg. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden dem Aids-Beratungs- und Hilfsdienst des AWO-Kreisverbands Heinsberg sechs weitere vom HIV-Virus infizierte männliche Personen bekannt.

Wie Beratungsstellenleiterin Renate Kaspar dazu weiter mitteilte, handelt es sich um um drei Personen mit homosexueller Veranlagung und drei mit heterosexueller. Das Infektionsrisiko bei der sechsten Person ist auf einen Drogenhintergrund zurückzuführen.

Mit der Veröffentlichung solcher Fakten will Renate Kaspar regelmäßig die HIV- und Aids-Problematik ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

„Auch der Kreis Heinsberg ist keine aidsfreie Zone”, betonte die Sozialpädagogin, dass die Aids-Thematik keinesfalls eine ausschließliche Großstadt- und Homosexuellenangelegenheit sei.

In der Beratungsstelle im AWO-Gesundheits- und Sozialzentrum in Hückelhoven fanden im ersten Halbjahr 77 Beratungen statt. Weiter erfolgten sechs Paarbegleitungen und drei Gruppengespräche für Angehörige sowie 44 Haus- oder Krankenhausbesuche sowie Begleitungen zu Ärzten und Behörden.

Im Rahmen der Vorbeugungs- und Informationsarbeit fanden 20 Veranstaltungen statt. „Besonderes Augenmerk gilt der jugendlichen Zielgruppe”, erläuterte Renate Kaspar, dass sie mit 17 Schulklassen ins Gespräch gekommen sei.

„Gerade wenn heiß gefeiert wird, sollte man sich dem Infektionsrisiko bei ungeschütztem Sexualverkehr bewusst sein und Kondome benutzen”, appellierte Kaspar auch alle Jahre wieder zur Karnevalszeit an das Verantwortungsbewusstsein.

Insgesamt 18 Gruppen aus verschiedenen Karnevalsvereinen nutzten das unkonventionelle Info-Angebot und verteilten im Rahmen von Karnevalsbällen und Umzügen Infomaterial und Kondome. Ähnliche Aktionen fanden zur Urlaubszeit mit startenden jugendlichen Reisegruppen statt.

Im Vorfeld des am 1. Dezember stattfindenden „Welt-Aids-Tages” wird der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt verstärkt über das Angebot des kostenlosen und anonymen „HIV-Tests” informieren.

Der Grund: Die Inanspruchnahme dieses Angebotes ist in den letzten Jahren stark rückläufig. „Solidarität mit Betroffenen” lautet das Motto, mit dem die Beratungsstelle und Renate Kaspar auch auf Weihnachtsmärkten präsent sein werden.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf der „Roten Schleife”, dem Symbol für die Solidarität mit von HIV und Aids Betroffenen, und aus dem Losverkauf für eine Tombola werden Menschen in finanzieller Notlage bei der Finanzierung von Fahrtkosten, Reparaturen und Haushaltsgeräten unterstützt.

Der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst befindet sich im AWO-Gesundheits- und Sozialzentrum in Hückelhoven, Bauerstraße 38, 02433/901730. Spenden für den AWO-Aids-Fond können unter dem Stichwort „Aids-Fonds” auf das Konto bei der Kreissparkasse Heinsberg eingezahlt werden: Nr. 200 46 46, BLZ 312 512 20.