Würselen: Auch bei älteren Menschen kann eine Operation sinnvoll sein

Würselen : Auch bei älteren Menschen kann eine Operation sinnvoll sein

Probleme mit Fuß- oder Sprunggelenksbeschwerden sind keine Frage des Alters. Bei den einen sind es die Folgen eines Bruches, bei den anderen ist es Arthrose, die das Gehen, Stehen und Laufen zu einer schmerzhaften Angelegenheit machen.

Der Wunsch, dagegen etwas tun zu können, ließ gut 30 Betroffene zwischen 40 und 82 Jahren im Rahmen unserer Aktion „Leser fragen - Ärzte antworten” zum Telefonhörer greifen. Am anderen Ende saßen Dr. Markus Graf, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Medizinischen Zentrum der Städteregion Aachen in Würselen, und Oberarzt Dr. Wolfgang Wegener. „Es war alles dabei: Patienten mit Problemen nach einem Sprunggelenks- oder Fußbruch, Diabetiker mit Fußbeschwerden sowie Patienten mit Hallux valgus”, fasst Graf zusammen.

Eine ganze Reihe von Anrufern habe früher mal eine Fuß- oder Sprunggelenksfraktur gehabt und habe immer noch Probleme beim Gehen und Abrollen. Ob diese durch eine konservative Therapie oder operativ zu beheben seien, hänge vom Einzelfall ab, sagt der Unfallchirurg. Einlagen oder ein orthopädischer Schuh könnten das Abrollen und damit die Beschwerden verbessern. Ein höherer orthopädischer Schuh, der das Sprunggelenk stütze, könne ähnlich wirken wie eine operative Versteifung des Gelenkes.

„Im Anfangsstadium einer solchen posttraumatischen - also unfallbedingten - Arthrose haben wir chirurgisch die Möglichkeit, bei einer Gelenksspiegelung Arthrosezacken abzutragen, den Knochen zu glätten und so das Gelenk wieder beweglicher zu machen”, erläutert Wegener. Ist die Arthrose bereits weiter fortgeschritten, wie im Falle eines Anrufers, gebe es zwei Möglichkeiten: die Versteifung des Gelenkes oder eine Sprunggelenksprothese. „Im Falle dieses Patienten, schien eine Prothese die beste Lösung, da er noch aktiv und mobil ist und die Knochenstruktur noch gut erhalten ist. Bei einem Rheumatiker, bei dem die Gefahr besteht, dass sich die Prothese, die in der Regel zementfrei implantiert wird und in den Knochen einwachsen muss, relativ schnell wieder lockert, würde man eher versteifen.” Ähnlich ist auch das Verfahren bei einer Arthrose der Großzehe, wozu ein weiterer Anrufer Fragen hatte. Auch hier können die Arthrosezacken zunächst abgetragen werden, um das Gelenk beweglicher zu machen. Bringe dies nichts, werde auch in diesem Fall das Gelenk versteift, um Beschwerdefreiheit zu erzielen.

Probleme bei Diabetes

Eine weitere Anrufergruppe waren Menschen mit Diabetes mellitus, die unter Fußbeschwerden leiden. Dazu gehören offene Füße, die chirurgisch versorgt werden, aber auch von dem Diabetes verursachte Fehlstellungen, die korrigiert werden können. Dabei betonte Wegener: „Wir kooperieren bei der Behandlung eng mit dem diabetischen Netzwerk der Region, in dem sich niedergelassene Kollegen zusammengetan haben, die auf die Behandlung von Diabetikern spezialisiert sind.”

Ein letzter Frageblock betraf die Behandlung von „Hallux valgus”, dem Schiefstand der Großzehe. Eine 80-jährige Patientin wollte wissen, ob in ihrem Alter noch eine Operation in Frage komme. „Das ist nicht vom Alter abhängig, sondern vom Grad der Beschwerden, dem persönlichen Leidensdruck und der Art der Fehlstellung”, machte der Experte ihr und allen älteren Betroffenen Mut. In den meisten Fällen empfahlen Graf und Wegener ein persönliches Gespräch mit dem Facharzt - denn: „Zu einer richtigen Diagnose muss man den Patienten und seine Röntgenbilder sehen.”