Aachen: Asbest: Stadt informiert Schulen

Aachen : Asbest: Stadt informiert Schulen

In 14 der bisher untersuchten Einrichtungen wurden von Asbest belastete Putz- und Spachtelmassen gefunden. Auch vier Kitas sind davon betroffen. Gefahr und Grund zur Sorge bestehe dennoch nicht, sagen Verwaltung und externer Gutachter.

Die Annaschule (beide Gebäudeteile), die städtischen Gemeinschaftsgrundschulen Oberforstbacher Straße und Am Höfling, die Schule am Fischmarkt, die Grundschule Kirchberg (nur Grundschule, nicht der alte Teil der Sonderschule), die Marktschule Brand (ohne alte Turnhalle), die Montessori-Grundschule Reumontstraße (inklusive alter Turnhalle, jeweils nur Deckenputz), die Vierte Aachener Gesamtschule (nur Altbau Heinzen-straße), die Haupt- und Montessori-Grundschule Kaiserstraße (Schulgebäude und alte Turnhalle, ohne Gebäudeteil von 1982), die Hauptschule Drimborn (nur Gebäudeteil von 1967), die Alkuinschule, das Kaiser-Karls-Gymnasium (Schule und Turnhalle), das Gymnasium St. Leonhard (nur der Gebäudeteil aus dem Jahr 1891), die Schule Talbotstraße sowie das Couven-Gymnasium (nur Turnhalle) — das sind die 14 Aachener Schulen, denen jetzt ein Brief des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule sowie des Gebäudemanagements ins Haus geflattert ist.

Denn in diesen Gebäuden oder Teilen von ihnen sind bei Untersuchungen asbesthaltiger Putz- und/oder Dichtungsmassen gefunden worden. Dasselbe gilt für die Kindertagesstätten Albert-Einstein-Straße 84, Hahner Straße 32, Passstraße 25, Parkstraße 130, Reumontstraße 52 (Montessori-Kinderhaus) und Wiesental 8.

Das Gebäudemanagement hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Gebäude, die vor 1993 gebaut oder saniert wurden, auf diese Materialien hin zu untersuchen. Im Gegensatz etwa zu Asbestzement ist das Problem mit Putz- und Dichtungsmassen noch nicht allzu lange bekannt.

Die Stadt stieß darauf erstmals bei der Sanierung der Musikschule am Blücherplatz — und beseitigte gleich alles. 1993 ist deshalb als Zeitpunkt gewählt worden, weil in diesem Jahr das generelle Verbot aller asbesthaltigen Materialien in Kraft trat. Die genannten Schulen und Kitas werden wegen der Funde jetzt aber nicht saniert. Das hat seinen Grund.

„Härtetests“ vorgenommen

Die Stadt wie auch der von ihr als Gutachter beauftragte Asbestexperte Otmar Reifer gehen davon aus, das bei „normaler Nutzung“ von den gering belasteten Putz- und Dichtungsmaterialien keinerlei Gefahr ausgeht. Klaus Schavan hatte dazu jüngst bei einer Pressekonferenz — bei der die betroffenen Einrichtungen noch nicht genannt worden waren — gesagt, es bestehe keinerlei Grund zur Sorge oder gar Panik. Auch Hilde Opdenberg vom Gesundheitsamt der Städteregion hatte eine Gesundheitsgefahr ausgeschlossen.

Bei den Untersuchungen hatte man auch den einen oder anderen „Härtetest“ vorgenommen. So bohrte man beispielsweise dutzende Löcher in mit asbesthaltigem Material verputzte Wände. Asbestfasern wurden anschließend keine in der Raumluft gefunden.

Dann schlug man Teile des Putzes ab. Auch da war das Ergebnis negativ. Lediglich beim Abschleifen der Oberfläche konnte eine leichte Belastung mit Asbestfasern festgestellt werden. Es komme allerdings auch niemand auf die Idee, in einer Schule die Wände abzuschleifen, hatte Schavan erklärt. Bei festgebundenem Asbest — wie etwa im Putz — bestehe ohnehin keine Verpflichtung zum Handeln.

Dennoch will die Stadt auch weiterin die Gebäude untersuchen — im Endeffekt alle von vor 1993. Die Prioriät liegt dabei weiter auf Schulen und Kitas. Demnächst wird es weitergehen mit den Kitas Boxgraben 99, Brunssumstraße 36, Johannstraße 15 und 17, Reimser Straße 63 und Reumontstraße 52 (städtische Kita).

Bei den Schulen folgen die Grundschulen Grünenthaler Straße, Barbarastraße, Am Haarbach, Vaalserquartier, Gut Kullen, Laurensberg, Beeckstraße, Luisenstraße, Saarstraße, Auf der Hörn, Hanbruch, Höfchensweg, Michaelsbergstraße, Horbach, Passstraße, Sonnenscheinstraße, Heinrich-Heine-Gesamtschule, Bischofstraße (Turnhalle ist asbestfrei), Luise-Hensel-Realschule, Rhein-Maas-Gymnasium, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Einhard-Gymnasium sowie die Hauptschule Aretzstraße.

Alle anderen Schulen und Kitas von vor 1993 wurden bereits untersucht. Außer in den genannten hätten sich nirgendwo asbesthaltige Putz- und Dichtungsmassen gefunden.

In dem Brief hat die Stadt die Schulverantwortlichen der betroffenen Einrichtungen darum gebeten, die Informationen an Mitarbeiter, Lehrer und Eltern weiterzugeben, was vielfach bereits geschehen sei. „Sollte sich bei den Eltern der Bedarf nach einer Informationsveranstaltung zeigen, ist die Verwaltung gerne bereit, diese durchzuführen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.