Städteregion: Asbest: Auch im Gymnasium werden die Experten fündig

Städteregion : Asbest: Auch im Gymnasium werden die Experten fündig

Nach dem Fund von asbesthaltigem Material im städteregionalen Berufskolleg in Herzogenrath vor einer Woche ist im benachbarten städtischen Gymnasium jetzt eine vergleichbare Schadstoffbelastung festgestellt worden. „Das überrascht mich nicht“, erklärte Ragnar Migenda auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Herzogenrath spielt dabei auf die Tatsache an, dass die beiden nebeneinander liegenden Gebäude zeitgleich gebaut und gemeinsam im August 1984 eingeweiht worden waren.

Im Berufskolleg wurden im Zuge von Brandschutzarbeiten beim Öffnen von Dehnungsfugen Asbestfasern freigesetzt. Der höchste in der Raumluft gemessene Wert betrug 625 Fasern pro Kubikmeter, der vom Bundesgesundheitsamt empfohlene Grenzwert liegt bei 500.

Aussagen zur Luftbelastung im Gymnasium konnte Ragnar Migenda noch nicht treffen. „Wir haben zunächst an 60 Stellen kritische Bauteile von Experten unter die Lupe nehmen lassen.“ Dabei wurden asbesthaltige Materialien entdeckt. Nun werden Messungen der Raumluft folgen, die Geräte sollten noch am Freitag aufgestellt werden.

Anfang der Woche hofft die Verwaltung, erste Resultate vorliegen zu haben. „Ich gehe im Moment davon aus, dass wir rein prophylaktisch handeln und die Luft nicht belastet ist“, betont der Beigeordnete. Gleichwohl zieht er im Sinne der Vorsorge in Erwägung, die Dehnungsfugen — wie es im Berufskolleg geschieht — versiegeln zu lassen, um ein durch Abrieb verursachtes Austreten von Asbest zu verhindern. Auszuschließen wäre laut Migenda in diesem Fall nicht, dass es zum neuen Schuljahr — Unterrichtsbeginn ist am 23. August — zu Beeinträchtigungen kommen könnte.

Im Berufskolleg wird es diese auf jeden Fall geben. Dort muss für die Zeit bis Mitte September in der Aula sowie in der Gymnastikhalle Ersatz für sechs Klassenräume geschaffen werden. Rund 100 Schüler werden von dieser Maßnahme betroffen sein.

Derweil soll im Gymnasium zeitnah eine „ganzheitliche brandschutztechnische Betrachtung“ vorgenommen werden. Zu erwarten ist, dass daraus, ebenso wie für das Nachbargebäude der Städteregion, ein neues Brandschutzkonzept resultieren wird — und wohl auch der Bedarf für eine umfangreichere Sanierung.