Oberbruch: Arbeitsplätze sichern hat oberste Priorität

Oberbruch : Arbeitsplätze sichern hat oberste Priorität

Auch in schwierigen Zeiten mit den ihm anvertrauten Unternehmen, ihren Mitarbeitern und Chancen sorgfältig umzugehen, habe sich der Industriepark Oberbruch (IPO) zur Aufgabe gemacht, sagte die Personalratsvorsitzende Sabine Törber in ihrer Willkommensbotschaft an die Teilnehmer, die sehr zahlreich zum diesjährigen Pensionärstreffen gekommen waren, das in der Werkskantine stattfand.

Ihr besonderer Gruß galt den ehemaligen Werksleitern Dr. Nau, Dr. Brassard, Dr. Pieper und Hartung, den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Reichenbach und Poschen sowie dem früheren Heinsberger Bürgermeister Knoll.

Die meisten der Pensionäre seien lebende Zeugen der wechselvollen Geschichte des Oberbrucher Werkes mit seinen Höhen und Tiefen und seiner Wandlung von den Vereinigten Glanzstoff-Fabriken über Enka und Akzo zum Industriepark.

Dass so viele Ehemalige erschienen seien, sei Beweis für deren tiefe Verbundenheit mit „ihrem” Werk. Mit den alljährlichen Pensionärstreffen wolle man den einstigen Mitarbeitern auch Dank abstatten für jahrzehntelange Treue.

Sabine Törber berichtete über die für alle Betriebe arbeitsreichen und „nicht unbedingt einfachen” vergangenen zwölf Monate. Enka tecnica habe sich 2002 von einer „Schwächeperiode” erholt; das zweite Halbjahr habe eine erfreuliche Auslastung gebracht.

Die Tenax Fibers KohlenstofffaserProduktion habe unter den Auswirkungen des 11. September 2001 und massiven Preiskämpfen gelitten; das Jahr 2003 zeige aber wieder eine erfreuliche Tendenz.

Nach der Schließung des niederländischen Standortes Ede der Enka GmbH habe das Werk Oberbruch Produkte von dort übernommen und damit wieder alle Maschinen belegt. Hima habe sich im Konzern Rheinhold & Mahla inzwischen zu einem regelrechten Markennamen entwickelt und weise trotz wirtschaftlicher schwieriger Zeiten ein positives Ergebnis auf.

Im Zuge der Standortsicherung sei im vergangenen Jahr als Gemeinschaftsunternehmen mit der Stadt Heinsberg und Unterstützung durch das Land NRW eine Projektgesellschaft Industriepark Oberbruch entstanden, welche die betriebliche Freifläche jenseits der Wurm erschließe. Bis Ende 2003 sollen diese Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Von hier aus soll dann eine offizielle Straße direkt von Unterbruch nach Heinsberg führen und an die geplante B 221n angebunden werden.

Diese Freiflächen-Erschließung trage dazu bei, die Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen, um trotz schlechter wirtschaftlicher Situation, die auch an Oberbruch nicht spurlos vorübergehe, „alles daran zu setzen, um hier am Standort größtmögliche Arbeitsplatzsicherheit zu schaffen”.

Zur Zeit werde zwischen den Toren I und IV an der Boos-Fremery-Straße durch einen regionalen Investor ein neues Verwaltungsgebäude für die Betriebskrankenkasse (BKK) errichtet. Denn seit ihrer Öffnung 1998 sei die BKK kräftig gewachsen und habe dringenden Platzbedarf.

Nach Fertigstellung des Gebäudes werde der Werkszaun an dieser Stelle geöffnet und in Richtung „Mittlere Passage” verlegt, so dass sowohl die BKK als auch das Arbeitsmedizinische Zentrum direkter zu erreichen seien. IPO selbst werde in den eigenen traditionsreichen Räumen verbleiben.

Somit bleibe die BKK dem Standort erhalten und verfüge dann endlich über den nötigen Platz zur Betreuung aller Versicherten.

Einen Einfluss auf die Beitragshöhe habe das Anmieten der neuen Räume nicht.