Heinsberg: Arbeitslosenzahl weit höher als Ende 2001

Heinsberg : Arbeitslosenzahl weit höher als Ende 2001

Das Jahr schloss im Bereich des Heinsberger Arbeitsamtes mit ernüchternden Zahlen ab.

Um 429 registrierte Personen oder umgerechnet 13,9 Prozent verschlechterte sich das Bestandsergebnis der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr. 3525 Menschen waren am 31. Dezember noch auf der Suche nach einem neuen Job.

HZ-Redakteur Rainer Herwartz sprach mit dem Leiter des Heinsberger Amtes, Manfred Rieger, über die derzeitige Situation.

Besonders fatal, so Rieger, habe sich der stetige Zugang der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt ausgewirkt. 5847 Personen seien es gewesen, die sich bei der Behörde gemeldet hätten - 10,1 mehr als im Vorjahr.

Dem gegenüber belief sich die Zahl der „Abgänge” auf nur 5418. Dies bedeute zwar auch eine Steigerung um 1,7 , zeige aber das Missverhältnis zwischen der Zahl der neuen Arbeitslosen und denen, die einen Job gefunden hätten.

Gravierend schlage dies bei den jungen Leuten im Alter unter 25 Jahren zu Buche. Pro Monat seien durchschnittlich 57 Arbeit Suchende aus diesem Personenkreis neu in die Kartei aufgenommen worden. Dies entspreche einer Zunahme von 15,1 gegenüber dem Jahr 2001. „Und das ist böse”, meint Manfred Rieger.

Schulabgänger hätten oftmals keine Lehrstelle gefunden, und diejenigen, die zwar das Glück hatten, eine Ausbildung durchlaufen zu dürfen, seien danach nicht übernommen worden. „Das stimmt mich wirklich traurig.”

Resignation ist jedoch Riegers Sache nicht. Seit dem 1. Januar beschäftigt die Heinsberger Behörde einen weiteren Mitarbeiter, der sich speziell um die Belange der Jugendlichen kümmert. Es ist einer von Vieren im Kreisgebiet.

„Fordern und Fördern” laute das Motto, nach dem der neue Kollege seine Aufgabe begreife. Es würden nicht nur Verbindungen zwischen Jugendlichen und potentiellen Arbeitgebern hergestellt, die jungen Leute würden vielmehr durch konkrete Vorgaben dazu aufgefordert, sich zu bewerben.

Die Hilfestellung reiche dabei in kurzen Intervallen von der Outfit-Beratung bis zur Gesprächssimulation. „Wir helfen den Jugendlichen, eine Art Flucht nach vorn anzutreten”, beschreibt Rieger die Intention des Vorgehens.

Als Positiv bewertet er die Ergebnisse der Vermittlungstätigkeit bei den Schwerbehinderten. Dort liegt die Zahl der Arbeitslosen derzeit bei 181, also 7,7 niedriger als im Vorjahr.

Auch die Tatsache, dass sich letztes Jahr jeden Monat durchschnittlich 254 Personen in einer Fortbildungsmaßnahme befanden (plus 10 ), helfe, die Arbeitslosen bei einer Verbesserung der Marktlage schneller unterzubringen.

Zu Prognosen will sich Manfred Rieger jedoch nicht hinreißen lassen. Im Gegensatz zu manchem Bundespolitiker „kann ich in meinem Zuständigkeitsbereich noch keine Anzeichen für eine Entspannung erkennen”.