Arbeitslose in der Waschkaue qualifiziert

Arbeitslose in der Waschkaue qualifiziert

Kreis Heinsberg. Der Startschuss für den Umbau der ehemaligen Waschkaue der Zeche Carolus Magnus in Übach-Palenberg zu einem Beschäftigungs- und Qualifizierungszentrum für arbeitslose Menschen im Kreis Heinsberg ist gefallen.

Die Festansprache vor geladenen Gästen in der Waschkaue hielt Hermann Heinemann, von 1985 bis 1992 Sozialminister in Nordrhein-Westfalen.

„Unser Ziel ist, schwer vermittelbare Personen zu fördern”, erklärte Hermann-Josef Jansen, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung AWO-Service GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Arbeiterwohlfahrt. Die Arbeiterwohlfahrt hat das Nutzungskonzept für die Waschkaue erarbeitet und wird sie als Beschäftigungs- und Qualifizierungszentrum für Arbeitslose nutzen.

Durch Beratung und Betreuung solle, so Jansen, die Chance des Arbeitssuchenden verbessert werden. Zu den schwer vermittelbaren Personen zählte Jansen unter anderem arbeitslose Jugendliche, ältere und behinderte Arbeitslose.

Zentrale Aufgabe der AWO-Service GmbH sei es zunächst aber, die Waschkaue zu sanieren. Seinen Dank für die Unterstützung richtete er an das Städtebauministerium, an das Wirtschaftsministerium, an die LEG, an die Bezirksregierung und an den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Zöpel.

Für die gute Zusammenarbeit bedankte er sich bei Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll und beim Ersten Beigeordneten Engelbert Piotrowski. Besonders begrüßte er den Ehrenvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt, Johannes Sondermanns.

Dank und Anerkennung sprach Sozialminister a.D. Hermann Heinemann der Arbeiterwohlfahrt aus. Sie habe mit ihrem Konzept einen neuen und richtigen Weg eingeschlagen. Die Arbeiterwohlfahrt biete eine Basis zur Selbsthilfe. Es gebe viele arme Menschen.

„Um diese armen Menschen muss sich die Politik kümmern, um sie kümmert sich aber auch die Arbeiterwohlfahrt. Würde es die Sozialverbände nicht geben, läge noch mehr im Argen”, sagte Heinemann. Arbeit, Betreuung, Beratung und Bildung laute das Konzept.

„Ein zentrales Arbeits- und Bildungszentrum soll geschaffen werden. Das Erbe und die Kultur der Zeche bleiben so lebendig. Es wäre eine Schande gewesen, diese Waschkaue abzureißen.”

In der Waschkaue hätten sich früher nicht nur die Bergleute vom Staub befreit. Die Waschkaue sei stets ein Ort der Begegnung und Kommunikation gewesen. „Die Waschkaue soll als Wahrzeichen und Begegnungsstätte der Stadt erhalten bleiben”, freute sich Heinemann.

Der Plan zeige Weitsicht und Zielorientierung. „Die Waschkaue ist für mich ein Markt der Möglichkeiten. Hier entsteht ein modernes Kommunikations- Arbeits- und Bildungszentrum”, so der ehemalige Sozialminister.

„Glück auf!”: Dies sei nicht nur ein Bergmannsgruß, betonte anschließend Hans-Josef Krawanja, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Heinsberg. „Glück auf!” bedeute auch Hoffnung, Aufschwung und Zukunft.

„Und das brauchen wir in Übach-Palenberg”, sagte Krawanja. Von keinem Mitnutzer des Carolus Magnus Centrums für Umwelttechnologie habe die AWO Ablehnung erfahren. „Wir fühlen uns hier sehr wohl”, freute sich Krawanja auf die baldige Nutzung der Halle.