Kreis Heinsberg: Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz gilt längst als beispielhaft

Kreis Heinsberg : Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz gilt längst als beispielhaft

Im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus erinnerten die Gründer und die aktuellen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (AG) Jugendschutz im Kreis Heinsberg an die Entstehung des Gremiums vor 25 Jahren.

Landrat Stephan Pusch zitierte aus einem Schreiben, mit dem Oberkreisdirektor Dr. Theo Esser seinerzeit die AG ins Leben gerufen hatte. „Das ist so aktuell, dass ich es heute noch genau so unterschreiben würde”, erklärte Pusch. Sein Dank ging an die „Mütter” Juliane Rothe von der Kriminalpolizei und Aurelia Heinrich vom Gesundheitsamt sowie an die „Väter” Heinz Aretz vom Jugendamt, Jörg Jannutsch vom Ordnungsamt und Ludwig Lemmens vom Schulverwaltungsamt.

Das Netzwerk habe nicht gelebt von den Unterschriften unter einem Schriftstück, sondern von der Umsetzung der dort vorgesehenen Inhalte, würdigte Pusch das Wirken.

In dem Netzwerk seien „viele Knotenpunkte entstanden, die das Netz halten”, betonte Friedhelm Sieben vom Kreisjugendamt als aktueller Sprecher der AG, die derzeit zehn Mitglieder hat und sich mindestens viermal pro Jahr trifft. „Wir müssen jetzt das Netz pflegen und nach neuen Verknüpfungspunkten suchen.”

Franz Heinrichs vom Kommissariat Vorbeugung ließ die Aktivitäten der vergangenen 25 Jahre Revue passieren. Nachdem die AG in Folge guter Erfahrungen bei gemeinsamen „Schmuddelkontrollen in Videotheken” durch Jugendamt und Polizei entstanden war, hätten in den ersten zehn Jahren der Abbau von Berührungsängsten und der Aufbau von Projekten im Fokus gestanden.

Die AG führte gemeinsame Kontrollen durch, entwickelte Medien und Veranstaltungskonzepte, um über Gefahren durch Alkohol und Drogen zu informieren. Mit der „West-End-Rallye” entstand sogar ein Spiel. 1997 gestalteten Jugendliche einen Anti-Sucht-Kalender. Im selben Jahr entstand die Idee für die Broschüre „Durchblick” mit Adressen zu allen jugendrelevanten Themen. Mittlerweile unterstützt die AG Behörden, Unternehmen, Schulen und Vereine bei ihrer Jugendschutzarbeit. Zahlreiche Karnevalsvereine, Schützenbruderschaften und Sportvereine haben mit der AG mittlerweile schriftlich die Einhaltung von Mindeststandards zum Jugendschutz vereinbart. Im vergangenen Jahr hat sie sogenannte Abruf-Veranstaltungen zu den Themen „Jugendschutz und neue Medien” sowie „Sicherheit im Internet” konzipiert.

Dank der Intensivierung von Jugendschutzkontrollen sei die Zahl der Verstöße seit 2006 rückläufig, so Heinrichs. Die über Jahre entwickelten Kontroll-Checklisten würden mittlerweile aus anderen Regionen im Land angefordert. Aber auch die Kooperation an sich gelte landesweit als beispielhaft, so Heinrichs. „Das Modell AG Jugendschutz wird regelmäßig auf landesweiten Fachkonferenzen als Vorbild für effektiven Jugendschutz genannt.”

Der ehemalige Schulamtsdirektor Sigurd Klein hatte beim anschließenden Fototermin eine Antwort auf die Frage, warum das Netzwerk gerade im Kreis Heinsberg so gut funktioniere: „Wir haben alle die gleiche Verantwortung gespürt, die Arbeitsfelder da belassen, wo sie hingehören, aber immer mit dem Willen zur Zusammenarbeit.”

Neue Pläne für das nächste Jahr hat die AG Jugendschutz auch schon: eine neue Anti-Alkohol-Kampagne und eine Informationsbroschüre als Download im Internet. Für die Jugend ist anlässlich des „25-Jährigen” eine Aktion am Wassenberger Schwimmbad geplant.

Einen Kontakt zu Mitgliedern der AG stellen auf Wunsch alle Jugendämter oder auch die Kreispolizeibehörde her.