Kreis Düren: Arbeitsagentur sagt Fachkräftemangel den Kampf an

Kreis Düren : Arbeitsagentur sagt Fachkräftemangel den Kampf an

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Juni auch im Kreis Düren fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen, inklusive der von der Job-com des Kreises betreuten Langzeitarbeitslosen, sank erneut, diesmal um insgesamt 194 auf 10.803.

Das entspricht einer Arbeitslosenquote, die mit 8,1 Prozent nur noch knapp über dem NRW-Durchschnitt (8,0 Prozent) liegt.

Claudia Steinhardt, Leiterin der Agentur für Arbeit in Düren, verweist auf eine weiterhin positive und konjunkturell robuste Lage an der Rur und geht davon aus, dass der saisontypische Anstieg der Arbeitslosenzahlen in diesem Sommer ausbleiben wird.

Der Blick auf die nackten Zahlen zeige, dass der Arbeitsmarkt sehr dynamisch ist, betont Steinhardt, aber auch, dass bei weiterhin knapp 1300 offenen Stellen der oft beschworene Fachkräftebedarf auch in der Region angekommen ist. „Es dauert immer länger, bis wir ein Stellenangebot passgenau besetzen können.”

Dabei zieht sich das Fehlen qualifizierter Bewerber nahezu quer durch alle Branchen. Stefan Köhnen vom Arbeitgeber-Service der Dürener Agentur verweist auf großen Bedarf im Pflegesektor, in verschiedenen Handwerksberufen, aber auch in der Industrie im Bereich CNC-Bedienung, in der Papierindustrie und auf dem Dienstleistungssektor, beispielsweise im Bereich der Gebäudereiniger.
Und die Statistiken zeigen, dass sich der Fachkräftemangel noch verschärfen wird, da in einzelnen Bereichen jeder fünfte Arbeitnehmer in den kommenden Jahren das Renteneintrittsalter erreicht.

Aus diesem Grund will die Arbeitsagentur das Thema Fachkräftebedarf in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt in den Fokus rücken. „Wir sehen uns dabei in der Rolle des Koordinators”, erklärt Steinhardt, der Akteure aus der Wirtschaft aber auch aus der Politik an einen Tisch bringen will, um gemeinsam Lösungen zu finden und umzusetzen. „Vor allem wollen wir dazu beitragen, die Debatte auf einer soliden Datenbasis zu führen.”

Um die zu erhalten, will die Agentur in den kommenden Wochen in einem ersten Schritt den genauen Bedarf und die ganz individuellen Bedürfnisse bei rund 200 Akteuren der Region abklopfen. Anschließend sollen gemeinsam Lösungsansätze gesucht werden, die helfen sollen, dem sich verschärfenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Individuelle Lösungen

Dazu zählen aus Sicht der Arbeitsagentur neben Maßnahmen, die die Zahl der qualifizierten Arbeitskräfte erhöhen, auch Hebel, mit denen die Wertschöpfung der Arbeitskräfte erhöht werden können.

Konkret denkt Stefan Köhnen beispielsweise an die Möglichkeit von Teilzeit- oder Verbundausbildungen, die Steigerung der Attraktivität einzelner Berufe für Frauen durch flexible Arbeitszeitmodelle oder von mehreren Firmen gemeinsam organisierter Kinderbetreuung, ein Gesundheitsmanagement, dass die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer auch mit zunehmendem Alter erhält, oder Informationsveranstaltungen für angehende Azubis direkt in den Betrieben, die mithelfen könnten, etwaige Vorurteile gegen den einen oder anderen Beruf abzubauen.

Ihrerseits will die Agentur den Prozess mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln wie Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, aber auch Eingliederungszuschüssen unterstützen. Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur in Düren ist Stefan Köhnen (☏ 02421/124581).