Kreis Düren: Arbeitsagentur fördert Ausbildungsplätze in der Altenpflege

Kreis Düren : Arbeitsagentur fördert Ausbildungsplätze in der Altenpflege

„Ältere Leute zu waschen und ihnen Essen anreichen ist nicht alles, was der Beruf des Altenpflegers verlangt”, betont Dr. Frank Ebeling, Leiter des Berufsfortbildungswerkes „maxQ” in Düren. Dahinter stecke viel mehr. Aber über die schönen Seiten des Berufs würde selten gesprochen.

„Das Gespräch und die Nähe zu den Menschen sind das Wichtigste und auch das Schönste an diesem Beruf.” Diese Erfahrung können im laufenden Ausbildungsjahr nicht nur die regulären rund 120 angehenden Altenpfleger machen, sondern 25 weitere Auserwählte. Die Agentur für Arbeit Düren fördert im Rahmen eines neuen Programms zusätzliche Ausbildungsplätze im Bereich Altenpflege.

„In diesem Beruf herrscht ganz klar Mangel an Fachkräften. Zwar ist der Beschäftigungsgrad im Bereich Pflege mit 5753 Menschen im Kreis Düren überdurchschnittlich, aber Bedarf gibt es noch genug”, weiß Harald Küst, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. So habe man sich anfangs erst einmal damit beschäftigt, diejenigen herauszusieben, die für die Maßnahme geeignet sind. „Uns war es wichtig, nicht wahllos das Programm anzubieten, sondern denjenigen eine Chance zu geben, die seit mehr als vier Jahren arbeitslos sind und keine Berufsausbildung absolviert haben”, betont Küst. Besonders geachtet wurde auf Belastbarkeit und das Ergebnis des psychologischen Tests. Aber auch Freundlichkeit, Teamfähigkeit, Kommunikation und Kooperation spielten bei der Auswahl eine Rolle.

Zusätzliche Umschulungen

„Dinge wie Kommunikationsfähigkeit kann man sich nur bis zu einem gewissen Grad aneignen. Da sollte man schon ein bisschen mitbringen, wenn man diesen Beruf erlernen will”, weiß Ebeling. Die 25 Auserwählten haben nun die Chance sich zu beweisen. Aber auch die beiden am Projekt beteiligten Einrichtungen - die Rheinischen Klinken Düren und das St.-Marienhospital in Birkesdorf - müssten sich ein wenig umstellen und „sich damit abfinden, dass die 25 Berufsanfänger gerade nicht den Beruf ihrer ersten Wahl erlernen”, sagte Stefan Köhnen, der Teamleiter des Arbeitgeber-Services. Die Arbeitsagentur ist davon überzeugt, dass Ausbildungskosten von rund 23.000 Euro je Teilnehmer gut investiert sind.

Am 1. September soll ein weiterer Ausbildungsgang zur Altenpflege beginnen. Die Vermittler der Agentur für Arbeit gehen davon aus, dass dafür ausreichend Interessenten gewonnen werden können. Die Arbeitsagentur und zugelassene kommunale Träger haben dies in ihrer Bildungszielplanung bereits berücksichtigt. Es ist geplant, mehr Bildungsgutscheine für die Umschulung auszugeben. Interessenten sollten sich mit ihrem Vermittler in Verbindung setzen.