Appelle der Polizei bleiben wirkungslos

Appelle der Polizei bleiben wirkungslos

Kreis Heinsberg. Eine Verkehrssicherheitswoche zum Schutz der Kinder organisierte die Polizei im Kreis Heinsberg - wie berichtet - in der Zeit vom 12. bis 17. Januar.

Trotz vielfältiger Vorankündigungen und dem deutlichen Hinweis, dass die Polizei in dieser Woche die festgestellten Ordnungswidrigkeiten auch ahnden werde, seien eine Vielzahl von Verstößen festgestellt worden, bilanzierte jetzt ein Polizeisprecher.

Allein am 15. Januar, dem Hauptaktionstag dieser Woche, bei dem besonders an den Schulen und Kindergärten kontrolliert wurde, sind insgesamt 263 Verwarnungsgelder erhoben, 25 Ordnungswidrigkeitenanzeigen sowie zwei Verkehrsvergehensanzeigen gefertigt worden. „Eine traurige Bilanz, zumal die vorangegangenen Appelle scheinbar unberücksichtigt verhallt sind.”

Dass an Schulen und Kindergärten „30er Zonen” eingerichtet sind, hat laut Polizei natürlich eine besondere Bedeutung: Durch die vorgeschriebene geringe Geschwindigkeit sollen die Kinder geschützt werden und die Fahrzeugführer die Möglichkeit erhalten, bei einem unachtsamen Betreten der Fahrbahn noch rechtzeitig anhalten zu können.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen, dennoch wurden 170 Geschwindigkeitsüberschreitungen in diesen Bereichen registriert.

Das Hauptaugenmerk bei den Kontrollen galt dem ordnungsgemäßen Anschnallen und dem richtigen Sichern der Kinder im Fahrzeug. Auch da konnte das Ergebnis nicht als zufrieden stellend bezeichnet werden: 71-mal waren die Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt. Dabei war auffallend, dass sich viele Erwachsene zwar Zeit nahmen, die Kinder ordentlich zu sichern, aber selbst den Gurt dann nicht anlegten.

Der Polizeisprecher: „Eltern haben eine Vorbildfunktion! Ihr Handeln wird von den Kindern übernommen. Viele Bemühungen, den Kindern ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr beizubringen, verfehlen ihre Wirkung, wenn die Erwachsenen es nicht vorleben. Dazu gehört nicht nur der Sicherheitsgurt, auch das Rotlicht, zum Beispiel an der Fußgängerampel, sollte beachtet werden oder das Fahrrad in einem verkehrssicheren Zustand sein, an dem bei Dunkelheit oder Dämmerung das Licht eingeschaltet ist.”

Bei den Überprüfungen mussten die Polizeibeamten 51 Fahrräder beanstanden. Zehn Räder wurden sogar aus dem Verkehr gezogen, da sie sich in einem nicht mehr verkehrssicheren Zustand befanden.

Auch da gilt der Appell an die Eltern: „Sie sind in der Verantwortung und sollten die Fahrräder Ihrer Kinder regelmäßig kontrollieren und Hilfestellungen bei Reparaturen geben. Ist das Rad nicht mehr verkehrssicher, lassen Sie Ihr Kind nicht mehr damit fahren.”

Das Gesamtergebnis der Verkehrssicherheitswoche hat für die Polizei gezeigt, „dass zum Schutz unserer Kinder diese Kontrollen notwendig sind”. Deshalb sollen sie im Laufe des Jahres ihre Fortsetzung finden.