Kreis Heinsberg: Apotheker fordern Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel

Kreis Heinsberg : Apotheker fordern Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel

Eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent fordern erneut die Apotheker im Nordrhein-Gebiet. „Im europäischen Vergleich belasten neben Deutschland nur noch Dänemark, Norwegen und Bulgarien die Arzneimittelversorgung mit dem vollen Mehrwertsteuersatz”, erklärte Hans Kühle, der Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.


Auch die EU-Kommission habe ihren Mitgliedsstaaten kürzlich empfohlen, für Arzneimittel ermäßigte Mehrwertsteuersätze einzuführen. Das österreichische Parlament sei Ende September der Aufforderung gefolgt und habe die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 20 auf zehn Prozent gesenkt.

„Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel ist überfällig”, so Kühle. Ein ermäßigter Steuersatz gelte für Ausgaben des lebensnotwendigen Bedarfs. „Dazu zählen Grundnahrungsmittel, aber auch Arzneimittel sollten dazu gehören. Stattdessen verdient der Staat an den Krankheiten der Menschen, während zum Beispiel für Tierfutter und Schnittblumen nur der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent gilt.”

Auch Krankenkassen und Verbraucher würde ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent laut Kühle spürbar entlasten. „Für die Krankenkassen ergäbe sich ein Einsparvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro. Dies würde umgerechnet eine Senkung der Beitragssätze um mindestens 0,2 Prozentpunkte erlauben”, rechnete der Apotheker vor.

Der geltende Mehrwertsteuersatz in Deutschland erwecke bei den Verbrauchern den Eindruck, die deutschen Arzneimittelpreise seien im internationalen Vergleich überteuert, so der Pressesprecher. „Dabei liegt das Arzneimittelpreisniveau im europäischen Mittelfeld.”