Wassenberg-Birgelen: Anwohner drohen mit Verwaltungsgericht

Wassenberg-Birgelen : Anwohner drohen mit Verwaltungsgericht

Der Stadtrat hat zwar bereits am 16. Dezember des vergangenen Jahres beschlossen, die Sandstraße von „Op de Berg” bis „Obere Heide” auszubauen, das hält 16 Anwohner aber nicht davon ab, weiterhin vehement gegen den Ausbau zu kämpfen.

Sie haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und wollen, wenn es nötig ist, vor dem Verwaltungsgericht in Aachen gegen den vorgesehenen Ausbau ihrer Straße kämpfen.

Grund für den Ausbau der Straße - bituminöse Fahrbahn in einer Breite von 4,75 Meter - ist der Kanal, der gleichzeitig verlegt wird. Gegen den Kanal haben die Anwohner aber nichts.

Bärbel Herwig, Sprecherin der Bürgerinitiative: „Auf den Kanal und die neue Straßenbeleuchtung sind die Anwohner vorbereitet. Darauf sparen sie seit Jahren. Aber die Anliegerkosten für den Ausbau der Straße, von dem wir erst bei einer Bürgerinformation der Stadtverwaltung im vergangenen November erfahren haben, treffen uns völlig überraschend.”

Und die Summen, die da auf so manchen Anwohner zukommen, sind nicht gerade niedrig. Bärbel Herwig im Gespräch mit unserer Zeitung: „Viele Eigentümer haben sehr große Grundstücke. Da kommen häufig weit mehr als 10.000 Euro zusammen. Da sind wir überfordert.”

Rentner und Witwen

Einer der Betroffenen ist Hans Pliquett. Der Rentner, der in der Sandstraße 84 wohnt, sieht sich außerstande, einen so hohen Betrag aufzubringen. Er wie auch Bärbel Herwig verweisen darauf, dass in der Sandstraße überwiegend Rentner, Witwen, allein stehende Frauen mit Kindern und junge Familien wohnen, die zudem auch noch ihre Grundstücke beziehungsweise Häuser abbezahlen müssen.

Die in der Initiative zusammengeschlossenen Anwohner sind der Meinung, dass der Ausbau ihrer Straße zu jetzigen Zeitpunkt überflüssig wird, zumal die Kanalrohre nicht in der Straße, sondern am Rand verlegt werden. Ihrer Meinung nach reicht es völlig aus, wenn die Sandstraße nach Abschluss der Kanalbauarbeiten und der Straßenbeleuchtung lediglich da, wo es erforderlich ist, repariert wird und zwar auf Kosten der Stadt.

Sie fordern deshalbvom Stadtrat: den Ausbau der Straße zurückstellen, bis die Anwohner das nötige Geld zur Verfügung haben.

Sauer sind die Anwohner darüber, dass ihre Beschwerde, die sie am 12. November 2004 bei der Stadt schriftlich eingereicht haben, in der Ratssitzung nicht zur Sprache gekommen ist. Bärbel Herwig: „Es ist schon eine Schande, wie in der Stadt Wassenberg mit den Bürgern verfahren wird. Nötigenfalls gehen wird zum Verwaltungsgericht.”