Kreis Düren: Anwalt vor Gericht: Geliehene 42.000 Euro nicht zurückgezahlt

Kreis Düren : Anwalt vor Gericht: Geliehene 42.000 Euro nicht zurückgezahlt

Zum wiederholten Mal fand sich ein ehemaliger Rechtsanwalt aus dem Kreis Düren auf der Anklagebank des Gerichts wieder. Bei seiner Verurteilung im Dezember 2014 war der jetzt 45 Jahre alte Jurist, der bis Ende 2013 seine Kanzlei in Düren hatte, wegen Untreue in mehreren Fällen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Allerdings schrammte er knapp an der Gefängnisstrafe vorbei. Die Strafe wurde, unter anderem, weil er Wiedergutmachung der Schäden versprach, zur Bewährung ausgesetzt.

Damaliger Hauptvorwurf war, dass er als Anwalt Geld, das etwa nach einem schweren Unfall oder einer Erbauseinandersetzung aus der Zeit zwischen 2009 und 2012 eigentlich für seine Mandanten bestimmt war, zunächst nicht ordnungsgemäß weitergeleitet hatte, so dass die Staatsanwaltschaft ihm gewerbsmäßige Untreue vorwarf.

Die neueste Anklage bezog sich nun auf einen Vorwurf aus dem Herbst 2012. Damals befand sich der Jurist offenbar in finanzieller Schieflage. Von einer Freundin in München, mit der er nach eigenem Bekunden eine Beziehung hatte und deren Scheidung er juristisch begleitete, lieh er sich 42.000 Euro. Ein Investor, mit dem der Jurist zu tun hatte, forderte von ihm diese Summe und hatte nach dem Mahnverfahren inzwischen auch den Gerichtsvollzieher samt Vollstreckungsbescheid vorbeigeschickt.

Um dem Lebensgefährten, der noch verheiratet war und mit seiner Familie im Nordkreis lebte — was die heute 42-jährige nach eigenem Bekunden damals nicht wusste — zu helfen, überwies sie den Betrag auf das Konto einer Anwaltskanzlei.

Kein Geld gesehen

Seitdem habe sie nur noch selten von dem Juristen gehört, geschweige denn Geld gesehen. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft verurteilte den Angeklagten unter Einbeziehung diverser Vorstrafen wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten. In dieser Größenordnung war eine Bewährung nicht mehr drin.

Bei der Urteilsbegründung bezeichnete die Vorsitzende die finanzielle Lage des Angeklagten als „einfach desaströs“. Selbst der beabsichtigte Verkauf von zwei Immobilien aus dem Besitz des ehemaligen Rechtsanwalts hätte zur Begleichung der finanziellen Verpflichtungen vermutlich nicht ausgereicht, da beide Häuser „bis zur Oberkante belastet waren.“

Der Jurist, der inzwischen in Scheidung lebt, muss übrigens mit einem weiteren Prozess rechnen. Bei der Abgabe der sogenannten Eidesstattlichen Versicherung über seine Vermögensverhältnisse soll er ein Konto, über das er Vollmacht hatte, nicht angegeben haben.

(hp.)