„Anton Säbelzahn” stärkt das Selbsbewusstsein

„Anton Säbelzahn” stärkt das Selbsbewusstsein

Kreis Heinsberg. „Die Förderung von Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit” sieht Anita Bräu, Leiterin der AWO-Kindertagesstätte, Im Rhin, als wichtige Bausteine der täglichen pädagogischen Arbeit.

Ein gesundes Selbstwertgefühl sieht sie für Kinder als „Grundvoraussetzung, sich im Leben zurecht zu finden und auch zu lernen, Frust und Niederlagen zu ertragen”. Ein Beitrag dazu war die Projektwoche „Damit Anton Säbelzahn nicht süchtig wird”.

Die 96 Mädchen und Jungen machten dazu Bekanntschaft mit der Bilderbuchgeschichte über „Anton Säbelzahn” von Renate Schäfer. Die entsprechende Handpuppe und die Schatzkiste bastelten die Kinder selbst. Es geht um den achtjährigen Anton, der gerne Schokoladenkekse futtert und ziemlich dick ist. Weil er von den anderen Kindern gehänselt wird, bleibt er meistens allein zu Hause.

Eines Tages malt Anton einen Säbelzahntiger, der sprechen kann, auch zu dick geraten ist, jedoch nicht immer nur im Zimmer spielen will und zu den anderen Raubkatzen nach draußen geht. Anfängliche Ablehnung hört auf, als er den anderen zeigt, was er alles kann. Schließlich wird er sogar zu einer Wildkatzenjagd im Land der Dinosaurier eingeladen.

Um „seinem” Säbelzahntiger zu helfen, schlüpft Anton in ein Dinosaurierkostüm und wird plötzlich von Kindern, die ihn häufig ärgerten, als interessanter Spielgefährte entdeckt. Im munteren weiteren Geschehen entwickelt sich bei Anton eine neue Kraft, und während der Story erleben die Kinder, dass jeder seine ganz persönlichen Stärken hat und wie wichtig es ist, in der Gruppe zurecht zukommen und sich wohl zu fühlen.

Neben dieser spielerischen Darstellung von Hintergründen einer Suchtgefährdung finden wie in Hückelhoven in allen elf AWO-Kindertagesstätten auf Kreisebene regelmäßige kreative Auseinandersetzungen mit Spiel und Gesang sowie durch Gesprächs-, Bastel- und Malaktionen statt.

„Es ist wichtig, die kleinen Entwicklungsschritte zu beachten sowie gute Eigenschaften und Fertigkeiten herauszustellen”, setzt Anita Bräu, die Mitglied im „Arbeitskreis Sucht” ist, mit den anderen Erzieherinnen auch auf „den Transfer ins Elternhaus”. Schließlich seien die Phasen während der Kindergarten- und Grundschulzeit von weichenstellender Bedeutung auf dem Weg zur starken Persönlichkeit, die auch „Nein sagen” und Gefühle zeigen könne.

So wurden auch in die Projektwoche die Mütter und Väter sowie Omas und Opas einbezogen. Sie schrieben unter anderem drei Eigenschaften auf Zettel, die bei ihren Kindern und Enkeln besonders ausgeprägt seien.

„Erika kann gut Blumen gießen!” - „Mirco macht gerne Schraubarbeiten!” oder „Lara kann gut Wäsche falten!” war unter anderem auf den Zetteln zu lesen, die die Kinder aus einer Schatztruhe fischten.

Am Projekt beteiligten sich auch die AWO-Kindertagesstätten Stadtmitte und Jahnstraße in Geilenkirchen, wo am Freitag zum Höhepunkt gleich viermal für rund 200 Kinder das Theaterstück über „Anton Säbelzahn” präsentiert wird.