Kreis Heinsberg: Anrufbus soll an Wochenenden bald kreisweit fahren

Kreis Heinsberg : Anrufbus soll an Wochenenden bald kreisweit fahren

Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember steht eine weitere gravierende Zäsur im Öffentlichen Personennahverkehr im Kreis Heinsberg bevor.

Wie im Ausschuss für Umwelt und Verkehr von West-Verkehrsbetriebsleiter Udo Winkens berichtet wurde, laufen die Planungen für die Einführung eines kreisweit verkehrenden Anrufbusses am Wochenende. Damit solle die beabsichtigte Einstellung der Bedienung einzelner Linien an Samstagen kompensiert werden.

Zukünftig sollen an Wochenenden samstags und sonntags nur noch Busse auf den West-Linien SB1, 401, 430 und 431 unterwegs sein (sowie samstags auf den RVE-Linien 410, 491, 493 und 495). Eine Reihe von samstags noch laufenden Regionalbuslinien (405, 406, 408, 409, 412, 413, 432, 433) sollen hingegen an diesem Tag aus dem Straßenbild verschwinden. Betroffen wären davon - auf das ganze Jahr gerechnet - nach Angaben von Winkens rund 33.000 Passagiere.

Sie und auch andere Interessenten sollen zukünftig für den bereits in Gangelt, Waldfeucht und Selfkant erprobten MultiBus als neue Passagiere gewonnen werden. Dieser Anrufbus soll zukünftig an Wochenenden - samstags und sonntags - kreisweit unterwegs sein und die Anbindung an die verbleibenden Linien gewährleisten. Die West will für den Multi-Bus-Verkehr vier neue eigene kleine Busse einsetzen sowie fünf von Taxi- und Mietwagenunternehmen geliehene Fahrzeuge und das Call Center personell verstärken. Das Anruf-Sammel-Taxi soll dann an Wochenenden nicht mehr fahren. Unter dem Strich werde das Anrufbussystem kostengünstiger sein als der Linienbusverkehr, schätzte Winkens.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 ist beabsichtigt, den Anrufbus auf weitere nachfrageschwache Räume in Ferienzeiten auszudehnen und weitere Linien einzustellen.

Im neuen Nahverkehrsplan des Kreises, der im Entwurf vom Ausschuss einstimmig beschlossen wurde, schreibt sich der Kreis als Ziele die Erhöhung der Attraktivität, die Sicherung der Mobilität und die Steigerung der Wirtschaftlichkeit auf die Fahnen. Dezernent Jose Nießen machte darauf aufmerksam, dass es gelungen sei, das ÖPNV-Defizit von 9,7 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 5,84 Millionen Euro im Jahr 2007 zu senken. Sechs Millionen Euro würden umgerechnet bedeuten, dass jeder der 260000 Einwohner des Kreises 1,92 Euro im Monat für die ÖPNV-Infrastruktur zahle.

Angesichts der im Nahverkehrsplan aufgeführten Linienstreichungen machte Ulrich Horst von den Grünen Bedenken geltend: „Die Schmerzgrenze ist erreicht!”

Die Grünen erreichten im Ausschuss ein einstimmiges Votum für ihren Antrag, in Verhandlungen mit DKB und RVE zu treten. Es solle erreicht werden, dass der Discobus von Jülich nach Himmerich nicht nur Brachelen und Hilfarth, sondern auch Hückelhoven und Baal ansteuern solle.