Kreis Heinsberg: Anonyme Alkoholiker gehen in die Schulen

Kreis Heinsberg : Anonyme Alkoholiker gehen in die Schulen

Schon seit vielen Jahren sind die Anonymen Alkoholiker (AA) in den Schulen präsent, um über ihre Erfahrungen mit dem Einstieg in die Alkoholsucht und den nicht immer einfachen Ausstieg zu berichten. Sie wollen damit besonders den jüngeren Schülern helfen, zu erkennen, dass es häufig zu fatalen Folgen kommt, wenn Alkoholkonsum übertrieben oder gar zur Sucht wird.

Sie stellen sich den Jugendlichen als Sven, Klaus oder Peter vor und kennen keine Tabus, wenn sie auch einmal mit allzu persönlichen Fragen und Kommentaren konfrontiert werden. „Anonym heißt für uns nicht, dass wir maskiert zu euch kommen”, erklärte der etwa 50 Jahre alte Sven, dass es auch einige gebe, denen es nichts ausmache, ihre richtigen Namen zu nennen. Grundsatz sei jedoch, dass jeder, der bei den AA Gleichgesinnte finden wolle, um ein Leben ohne Alkohol zu führen, auch wirklich anonym bleibe.

Die Zahl der Besuche in Schulen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Im Schnitt sind es inzwischen über zehn Besuche pro Halbjahr. So auch kurz vor den Sommerferien in der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz, wo zwei Betroffene der AA in der achten Klasse zu Gast waren und sehr eindrucksvoll ihre Geschichte erzählten. Nach anfänglicher Zurückhaltung wurden die Gespräche immer lockerer und offener. Auch von den Schülern wurde der Besuch als sehr mutig und sehr wichtig sowie zum Nachdenkend anregend bewertet.

Ganz ohne erhobenen Zeigefinger berichteten die AA-Mitglieder, dass man jedem die Partystimmung gönne, aber dass jeder für sich und seinen Freundschaftskreis auch eine Verantwortung dafür trage, dass es nicht übertrieben werde. Und dass rechtzeitig auf Signale reagiert werden solle, wenn aus dem einen oder anderen Bierchen ein regelmäßiges Betrinken werde.

Auch die süß schmeckenden Mixgetränke, die besonders vielen jungen Mädchen Alkohol schmackhaft machen, wurden thematisiert.