Kreis Düren: Anonym Spuren nach Sexualstraftaten sichern

Kreis Düren : Anonym Spuren nach Sexualstraftaten sichern

Schon seit zwei Jahren wird im Kreis Düren die anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftaten vom Verein „Hobas — Hilfe für Opfer bei Anonymer Spurensicherung“ organisiert und finanziert. Die Helfer wollen Frauen unterstützen, die Opfer von Sexualstraftaten geworden sind.

Der Verein holt Spurensicherungssets bei der Polizei ab, bringt sie in die Krankenhäuser, und von dort aus schicken Ärzte sie nach einer Spurensicherung — mit einer Chiffrenummer versehen — zur Rechtsmedizin nach Köln.

Von Ärztefortbildungen bis zu wattierten Umschlägen mit Porto finanziert der Verein alles. In der Rechtsmedizin Köln lagern die Spuren und Proben der Sexualstraftat zwei Jahre. In diesen zwei Jahren hat das Opfer Zeit, sich zu überlegen, ob es mit Hilfe der Chiffrenummer eine Anzeige erstatten will oder ob es die Lagerung noch verlängern möchte.

Sigrid Bergsch, die Vorsitzende: „Nur sieben Prozent der Frauen erstatten nach einer Sexualstraftat eine Anzeige. Bei Taten, die vor allem im näheren Umfeld stattfinden, haben die Frauen Angst vor den Konsequenzen, zum Beispiel Aggressionen des Täters. Nach einer Sexualstraftat mit Verletzungen wird die ärztliche Hilfe von den Krankenhäusern geleistet, aber eine vergewaltigte Frau benötigt auch Beratung und Hilfe wie eine räumliche Trennung.“

Hier kommt vor allem der Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen eine besondere Bedeutung zu. Im Verein „Hobas“ sind verschiedene Beratungsstellen, zum Beispiel Frauen helfen Frauen Jülich und Frauen helfen Frauen Düren als Mitglieder aktiv. Elke Resch, stellvertretende Vorsitzende: „Bei Sexualstraftaten unter sogenannten K.o.—Tropfen können — bei Beziehungstaten — ebenfalls anonym Spuren gesichert und Proben gekühlt zur Rechtsmedizin Köln gefahren werden.

Die zuständige Beratung im Kreis Düren für die anonyme Spurensicherung liegt bei Sabrina Dicken von „Frauen helfen Frauen“ Jülich, zuständige Krankenhäuser für die anonyme Spurensicherung sind das Krankenhaus Düren und das St. Marien—Hospital in Birkesdorf, Frauenklinik und Kinderklinik.“

In diesem Jahr wurde mit Sigrid Bergsch, Elke Resch und Marita Thelen der geschäftsführende Vorstand wieder gewählt, Kassenprüferinnen sind Inge Adams und Klaudia Jäger.

Der Verein ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen: Sparkasse Düren, Konto DE43 395 501 10 1200 625 372, BIC SDUEDE33XXX.