Kreis Heinsberg: Ambulante medizinische Rehabilitation Sucht greift

Kreis Heinsberg : Ambulante medizinische Rehabilitation Sucht greift

Beim dritten Hückelhovener Suchtforum im Evangelischen Gemeindezentrum an der Haagstraße wurde das seit zehn Jahren bestehende Angebot der Ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht (ARS) in den Blickpunkt gerückt.

Organisiert wurde das Suchtforum von der Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen, die von Caritas und Diakonie gemeinsam getragen wird.

Die Arbeit vor Ort könne durchaus als erfolgreich bezeichnet werden, betonte Diplom-Psychologin Marlies Trapp. 332 abgeschlossene Behandlungen konnte die Leiterin der Hückelhovener Beratungsstelle vermelden; mit 216 Männern und 106 Frauen. Dies entspreche einer „klassischen Aufteilung”, die die gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegele.

Gerade für Frauen sei das ambulante Beratungsangebot geeignet, da sie oftmals noch in der Verantwortung für ihre Familien stünden und keine stationären Angebote wahrnehmen könnten. Der Anteil der ratsuchenden Alkoholabhängigen sei mit 88 Prozent der größte.

Die zweitgrößte Gruppe bildeten die Drogenabhängigen (acht Prozent), gefolgt von Medikamentenabhängigen (drei Prozent) und Spielsüchtigen (ein Prozent). Aufnahme in das Beratungsprogramm finden Personen, die abstinent sind. Allerdings, so betonte auch Wolfgang Sommer, werde niemand rausgeschmissen, wenn er rückfällig werde. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie leitet den Sozialpsychiatrischen Dienst und die Suchtberatungsstellen des Kreises.

Die Ambulante medizinische Rehabilitation bezeichnete Marlies Trapp als „einen Baustein im gesamten Sortiment der Hilfsangebote”. Wichtig sei, dass das Angebot möglichst früh wahrgenommen werde, um auch eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu gewährleisten, denn Ziel sei eine „langfristige Stabilisierung”.

Auch in diesem Bereich weise die ARS gute Ergebnisse auf. Unter den Teilnehmern an den Maßnahmen seien nach Beendigung fast sieben Prozent mehr in Arbeit (52 gegenüber 45 Prozent). Zwei Jahre nach Beendigung der Maßnahme seien sogar über 60 Prozent in Arbeit. „ARS greift am besten, wenn die Teilnehmer noch in gefestigten Strukturen stecken und noch nicht den Boden unter den Füßen verloren haben”, so Trapp.

Besonders erfreut zeigte sie sich über die breitgefächerte Teilnahme der Institutionen am Suchtforum. So waren neben Sozialen Diensten und Beratungsstellen auch Vertreter der Arbeitgeber, Jugendhilfe und der Arge im Kreis zu dem Treffen gekommen. Trapp bewertete dies als einen Beleg dafür, dass die Arbeit auf eine positive Resonanz stoße.

Die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen in Hückelhoven (Parkhofstraße 93a) ist unter 02433/86238 erreichbar.