München: Am falschen Ende gespart: Welches Zubehör braucht ein Neuwagen?

München : Am falschen Ende gespart: Welches Zubehör braucht ein Neuwagen?

Bei dem Kauf eines Neuwagens sollte man nicht nur den Anschaffungspreis sowie den Verbrauch im Augenmerk haben. „Wer am falschen Ende spart, tappt schnell in eine Kostenfalle, die sich bei einem späteren Wiederverkauf rasch auf eine vierstellige Summe addiert“, warnt Jürgen Wolz von TÜV Süd in München.

Fahrerassistenzsysteme (FAS) beispielsweise bedeuten zwar zunächst eine zusätzliche Investition, helfen aber langfristig beim Sparen. Vor allem auf längeren Strecken erhöhen Abstandsregler & Co. nicht nur die Sicherheit, sondern reduzieren merklich die Treibstoffkosten, weil sie sich vorausschauend dem Verkehr anpassen.

„Konsequent und subtiler als manch menschlicher Fahrer“, schmunzelt Wolz. „Eine unpopuläre Farbe oder eine spartanische Ausstattung hingegen schmälern später den Wiederverkaufswert“, skizziert er eine weitere Klippe bei der Wahl von Ausstattungslinien und Optionen, deren verführerischen Aufzählungen in manchem Neuwagenkatalog oft mehr als 60 Seiten umfassen.

Die Crux mit dem richtigen Kreuz auf dem Kaufvertrag beginnt bei der Wahl der Farbe. „Schwarz, Weiß, Silber oder Grau sind auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt Dauerbrenner und das dürfte in den nächsten Jahren so bleiben“, sagt der TÜV Süd-Fachmann. Echte Farbtupfer rangieren erst auf hinteren Plätzen. Immer mehr legen Gebrauchtwagenkäufer Wert auf Assistenz- und Infotainmentsysteme.

Beliebt sind Einparkhilfen, Abstandsregler mit Tempomatfunktion, Xenon- und Kurvenlicht, Notbrems- und Spurhalteassistent sowie Verkehrszeichenerkennung. Am falschen Ende spart außerdem, wer auf eine Bluetooth-Schnittstelle zur Koppelung eines Smartphones mit dem Mediasystem des Fahrzeugs verzichtet. „ESP oder Reifendruckkontrolle hingegen schlagen sich künftig nicht mehr im Wiederverkaufswert nieder“, weiß Wolz, „denn die sind inzwischen gesetzlich vorgeschrieben“.

Deutlich in der Käufergunst gesunken ist das Stahlschiebedach. „Klimaanlagen sind selbst in den kleineren Fahrzeugkategorien inzwischen praktisch ein Muss“, schildert Wolz seine Marktbeobachtungen „und ebenso funkgesteuerte Schlüsselsysteme werden erwartet“. Bei einem Kleinwagen in zweiter Hand mögen eher die laufenden Kosten im Mittelpunkt von Angebot und Nachfrage stehen, ab Mittelklasse aufwärts wird mehr gewünscht, beispielsweise Ledersitze oder ein Automatikgetriebe. Bestimmte Ausstattungen können sogar das Kaufinteresse einbremsen.

„Eine Anhängerkupplung mag für den Erstbesitzer von Nutzen gewesen sein, wird der Wagen später als Gebrauchter angeboten, argwöhnen manche Interessenten erhöhten Verschleiß aufgrund von Hängerfahrten“, gibt Wolz zu bedenken. Andere Optionen werden gerne genommen, aber ungern bezahlt. Diese Erfahrung gilt beispielsweise für Standheizungen.

„Grundsätzlich sollte man daran denken, was heute noch zu gehobenen Ausstattungsmöglichkeiten zählt, ist in zwei, drei Jahren eher Standard, den der Gebrauchtwagenkäufer einfach erwartet und der sich für den Verkäufer auszahlt“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Beobachtungen.

(amv)