Kreis Düren: Alzheimer: Schon 3500 Patienten im Kreis Düren

Kreis Düren : Alzheimer: Schon 3500 Patienten im Kreis Düren

. Die Zahlen sind alarmierend: Schon heute wird die Zahl der an Demenz erkrankten Patienten im Kreis Düren auf rund 3500 geschätzt. Tendenz steigend.

Einer der Gründe ist ohne Zweifel, dass die Menschen immer älter werden, denn 7 bis 8 Prozent aller über 65-Jährigen sind davon betroffen.

Mit weiter zunehmendem Alter steigt auch die Quote. Sie beträgt rund ein Prozent bei den 65- bis 70-Jährigen und bei den über 90-Jährigen ist bereits jeder Dritte betroffen. Inzwischen hat sich im Kreis Düren eine Alzheimer-Gesellschaft als eingetragener Verein gegründet. Vorsitzender ist der Geronto-Psychiater Dr. Klaus Maria Perrar.

„Demenz ist mehr als eine Gedächtnisstörung”, unterstreicht Perrar, sondern zeige viele Symptome auf: Störung der Orientierung, eingeschränktes Urteilsvermögen, Verlust des logischen Denkens bis hin zum Verlust des Sprachvermögens, um nur einige zu nennen.

Kurzum: Die Persönlichkeit der Patienten ändert sich massiv. Wenn einem zu einem Gesicht nicht sofort der dazugehörende Name einfällt, ist dies sicher nicht gleich ein erstes Anzeichen für eine Demenz. Aber wenn man sich an ein Treffen mit jemandem schon wenig später nicht mehr erinnern kann, wird es ernst.

Untrügliches Zeichen ist indes, dass man bestimmte Gegenstände an Orten ablegt, wo sie nun gar nicht hingehören. Dr. Perrar nennt als Beispiel Schuhe oder die Zeitung im Kühlschrank.

Ernüchternd ist indes, dass die Mediziner zwar eine Menge über die Alzheimer-Krankheit wissen, es aber derzeit keine Möglichkeiten der Heilung gibt. Eine medikamentöse Behandlung kann im Übrigen nur das Fortschreiten der Krankheit verzögern. „Wenn bei einer Demenzerkrankung ein Stillstand eintritt, darf man schon von einer Besserung sprechen”, erklärt der Facharzt.

Da rund 60 Prozent der Patienten zu Hause gepflegt und versorgt werden, legt die Alzheimer-Gesellschaft den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Beratung von Angehörigen, die mit der Betreuung eine schwierige und sensible Aufgabe rund um die Uhr auf sich nehmen.

Ein erster wichtiger Schritt der Hilfe sind zwei Kurse für pflegende Angehörige über jeweils zehn Abende. Der erste soll im zweiten Quartal 2008 für Interessenten aus dem Südkreis in Vossenack stattfinden, ein zweiter im dritten Quartal für Teilnehmer aus dem nördlichen Kreisgebiet in Jülich.

Die Zahl der Teilnehmer ist allerdings auf jeweils 16 Personen begrenzt. Dafür können jedoch die Demenzkranken mitgebracht werden, weil für sie zeitgleich eine Betreuung organisiert wird. Geplant ist zudem ein so genanntes Alzheimer-Forum, dass etwa viermal im Jahr Fachleute zu einem öffentlichen Vortrag einlädt und dann jeweils ein spezielles Thema rund um die Demenz behandelt.

In ihre Arbeit einbinden möchte die Alzheimer-Gesellschaft auch die Hausärzte, denn als Vertrauenspersonen, die einen Patienten regelmäßig sehen, können sie erste Anzeichen und Veränderungen in der Persönlichkeit ganz anders einordnen als ein Laie.

So sieht Dr. Perrar, der auch Lehrbeauftragter der Deutschen Akademie für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie ist, den Hausarzt sozusagen als „Türöffner”, der vielfach erst den Weg eines Demenzerkrankten zu einer Diagnostik und Behandlung ermöglicht.

Nicht zuletzt deshalb will die Alzheimer-Gesellschaft auch den Ärzten, Pflegediensten und Sozialstationen für Fragen zur Verfügung stehen. Ziel sei es, rechtzeitig mit konkreter Hilfe beginnen zu können, „und nicht erst, wenn die Hütte brennt”, wie es Dr. Perrar bildlich beschreibt.

Kontakte: Alzheimer-Gesellschaft Kreis Düren e.V., c/o Geschwister-Louis-Haus, Baptist-Palm-Platz 1, 52393 Hürtgenwald-Vossenack, Tel. 02429 / 94060.