Erkelenz-Lövenich: Als die Blauröcke braun waren

Erkelenz-Lövenich : Als die Blauröcke braun waren

Die Route gegen das Vergessen im Erkelenzer Stadtgebiet nimmt immer mehr Gestalt an. Am Sonntag wurde eine Gedenktafel am Feuerwehrmuseum in Lövenich enthüllt. Leider spielten auch die Feuerwehren im Dritten Reich eine unrühmliche Rolle.

Die Gedenktafel weist auf die schnelle Gleichschaltung der Feuerwehren nach der Machtergreifung der Nazis hin. Bereits im September 1933 wurde die Gleichschaltung der Feuerwehren angeordnet. Die Feuerwehrleiter mussten das braune Gedankengut vertreten. Wer das nicht tat, hatte in der Feuerwehr nichts mehr zu suchen.

So wie der Katzemer Brandmeister Wilhelm Vaehsen, der im Oktober 1933 „aus gesundheitlichen Gründen” sein Amt niederlegen musste. Er war nicht Mitglied der NSDAP und wollte es auch nicht werden. Rainer Merkens vom „Arbeitskreis Route gegen das Vergessen” und stellvertretender Präsident des Feuerwehrmuseums betonte, dass die Feuerwehren im Dritten Reich durchaus bereit waren, dem System zu dienen, schrittweise zu Hilfspolizisten wurden, die das System stützten. Ab 1936 wurde ihnen auch das Marschieren beigebracht. Die Ausbildungsvorschriften, die Heinrich Himmler als oberster Feuerwehrmann des Reiches 1938 erließ, hatten auch nach dem Krieg noch bis 1978 ihre Gültigkeit, wie Merkens ausführte.

Mit den Stationen der Route gegen das Vergessen wollen die Mitglieder des Arbeitskreises nicht nur zum Gedenken an die Opfer beitragen, sondern auch Auskunft geben über diejenigen, die nur zu gerne Teil des Naziregimes wurden und zu seinem Erhalt beitrugen.