Hückelhoven-Brachelen: Alltagsbegleiter bringen Normalität in Einrichtungen

Hückelhoven-Brachelen : Alltagsbegleiter bringen Normalität in Einrichtungen

Andreas Wagner arbeitet als Alltagsbegleiter im Haus Berg Brachelen. Diese neue Perspektive bot sich dem jungen Mann nach einem Ein-Euro-Job mit dem Sonderprogramm der Agentur für Arbeit und dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz.

Demnach können Pflegeeinrichtungen für demente Menschen ab dem 1. Juli einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellen, ohne dass sich der Pflegesatz erhöht. „Dieser Mitarbeiter muss keine Fachkraft sein”, sagt Bernd Bogert, Leiter der Altenpflegeheime Haus Berg Brachelen, Christinenstift und Haus Schunck Gereonsweiler, sowie zweier betreuter Wohnanlagen in Trägerschaft der Pfarre St. Gereon Brachelen.

„Grundsätzlich geht es doch darum, dass es den Menschen ein Stück besser geht.” Deshalb könne er die Gegenbewegung vieler Kollegen nicht nachvollziehen, die in der Einstellung nicht fachlich ausgebildeter Kräfte die Fachlichkeit nicht gewährleistet sehen. „Das ist Unsinn. Denn der Pflegeprozess liegt nach wie vor bei den examinierten Fachkräften”, sagt Bogert. Menschen wie Andreas Wagner seien in mancher Hinsicht viel „natürlicher” im Umgang mit den dementen Bewohnern. „Sie bringen ein Stück Normalität in unsere Einrichtungen Haus Berg Brachelen, Christinenstift und Haus Schunck Gereonsweiler”, so Bogert.

Dies unterstreicht auch Petra Funtsch, Bereichsleitung. Andreas Wagners Persönlichkeit sei so, dass er die Bewohner vieles selber machen lasse und sie im normalen Alltag begleite. „Demente Menschen suchen einen Begleiter, der auf die Dinge eingeht, die ihnen wichtig sind”, unterstreicht Bogert. Andreas Wagner sei so ein Mensch, der aufgrund von Beobachtung und Erfahrungswerten handele.

Und um sein Wissen zu erweitern, würde er im zurzeit an einer 130-stündigen Fortbildungseinheit „Alltagsbegleiter” teilnehmen. Dass das Gesetz kommen würde, sei schon vorher erkennbar gewesen, so Bogert. „Vor Jahren hatten wir bereits die Idee, Menschen, die bei uns beispielsweise als Reinigungskraft arbeiten, mit einzubeziehen als Alltagsbegleiter und ihnen dadurch ein Stück Aufwertung zu geben.” Insgesamt seien von 45 hauswirtschaftlichen Mitarbeitern sechs Kräfte zum Alltagsbegleiter ausgebildet worden, die etwa das Frühstück begleiten würden, betont Sylvia Jonker von der Hauswirtschaftsleitung.

So wie Martina Hermes, die in ihrer Hausgemeinschaft, in der sie zur Reinigung eingesetzt ist, bis mittags ein verlässlicher Ansprechpartner für die Bewohner ist. „Wir sind hier alle ein Team, egal auf welcher Ebene man steht. Der Bewohner steht bei allen im Mittelpunkt”, bestätigt sie. Die Arbeit mache Spaß, so dass sie auch außerhalb ihres Dienstes zum Beispiel mit den Bewohnern Reibekuchen backe.