Heinsberg: Alliander: 40 neue Jobs in den nächsten zwei Jahren

Heinsberg : Alliander: 40 neue Jobs in den nächsten zwei Jahren

„Ich gehe davon aus, dass wir in Heinsberg innerhalb der nächsten zwei Jahre auf 100 Arbeitsplätze aufstocken werden”, sagt Jakob Wöllenweber, Vorstand der Alliander AG. Das würde in der Kreisstadt einen Zuwachs von 40 Jobs bedeuten, denn hier sind derzeit etwa 60 der insgesamt 120 Mitarbeiter stationiert, die der Stromnetzbetreiber mit strategischem Hauptsitz in Berlin und weiteren Niederlassungen in Cottbus, Hagen und Rüsselsheim beschäftigt.

Grund für die Expansion des zur niederländischen Alliander NV gehören Unternehmens seien neben der Aquisition neuer Kunden in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen vor allem die erstmals nach der Wiedervereinigung auslaufenden Konzessionsverträge in Ostdeutschland, erläutert Wöllenweber. Dort würden jetzt die Karten neu gemischt.

Und in Brandenburg werde Alliander mehrere Konzessionen erhalten. Hennigsdorf und Mühlbecker Land - allesamt in der Region Oberhavel - sind die Kommunen, mit denen die Verträge unter Dach und Fach sind. „In diesem Zusammenhang erwarten wir ein nicht unerhebliches Wachstum. Mit jeder Aquisition wird auch der Personalstand zunehmen.”

Alle Projekte, die in Deutschland hinzu kommen, werden von Heinsberg aus gesteuert, obwohl der Hauptsitz des Unternehmens in Berlin sei, sagt Wöllenweber. „Die Mitarbeiter haben sich die Chance hierzu erarbeitet.” Sowohl Planung und Entwicklung, als auch IT-Technik, das Regulierungsmanagement und alle kaufmännischen Aufgaben würden in der Kreisstadt erledigt.

Zu hundert Prozent in öffentlicher Hand und ohne Interessen an Energieerzeugung oder -handel sei Alliander der ideale Partner der Kommunen, betont der Vorstand. „Es gibt kein vergleichbares Unternehmen in ganz Deutschland, das nur reiner Netzbetreiber ist.”

Bis 2012 will Alliander die Straßenbeleuchtung im gesamten Heinsberger Stadtgebiet erneuern. Rund 3200 veraltete Quecksilberdampflampen werden durch moderne Energiesparleuchten ersetzt. Vorteil dieser Leuchtstofflampen sei, dass sie mit geringstem Energieaufwand eine größtmögliche Lichtausbeute erzielten. So spare die Stadt mit der modernen Lichttechnik nicht nur jährlich etwa 30 Prozent Strom ein, sondern entlaste auf Dauer nachhaltig den städtischen Haushalt.

„Außerdem senkt sie dadurch den CO2-Ausstoß um rund 950 Tonnen pro Jahr. Das ist circa die Menge, die 700 Mittelklassefahrzeuge bei einer jährlichen Kilometerleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr ausstoßen”, erklärt Wöllenweber. Außerdem erfülle Heinsberg durch diese Modernisierung die EU-Öko-Design-Richtlinie bezüglich des Austauschs von Leuchtmitteln, die ab 2015 den Verkauf von Quecksilberdampflampen verbiete.

Alliander baut das Stromnetz von Heinsberg zum „intelligenten Versorgungsnetz” aus. Ziel ist es, sämtliche Strommengen aus erneuerbaren Energien und dezentralen Minikraftwerken vor Ort maximal ins Netz einspeisen zu können. Damit fördert der Netzbetreiber von Heinsberg die Energiewende hin zu einer nachhaltigen und dezentralen Energiegewinnung aus Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und umweltfreundlichen Kleinkraftwerken. Schon heute werde ein Drittel des ins Heinsberger Netz eingespeisten Stroms aus erneuerbaren Energien vor Ort gewonnen. Damit ist der Netzbetreiber nach eigenem Bekunden bereits jetzt mit führend in Deutschland.

Einsatz von Smart Metern

Eine weitere Maßnahme auf dem Weg zum intelligenten Netz sei der Einsatz von „Smart Metern”, intelligenten Zählern. Bis Ende 2012 baut Alliander in einer ersten Stufe im Stadtkern 3000 dieser neuen Zähler ein, danach sukzessive im gesamten Stadtgebiet. Auch bei Neubauten und Modernisierungen wird die neue Zählergeneration installiert. Der „Smart Meter” ist das Kommunikationsmodul im künftigen intelligenten Versorgungsnetz. Im Sekundentakt liefert er Verbrauchs- und Einspeisedaten, Informationen, die zum einen dem Kunden zu einem effizienteren Energieverbrauch verhelfen und zum anderen Alliander bei der Netzplanung unterstützen. Gleichzeitig können über den „Smart Meter” die Mikrokraftwerke angesteuert werden.

Deshalb forciert Alliander im Netzgebiet Heinsberg die Umrüstung von Drehstromzählern auf „Smart Meter”.

Erste Strom-Tankstelle wird in Heinsberg in Betrieb genommen

Am Sonntag, 3. April, beginnt in Heinsberg um 12 Uhr mittags das Zeitalter der Elektromobilität. Im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags eröffnen die Alliander Netz Heinsberg AG und die lekker Energie GmbH gemeinsam mit der Stadt Heinsberg die erste Strom-Tankstelle Heinsbergs.

Elektroautos, Elektroroller und Elektrofahrräder können hier kostenlos mit Ökostrom von lekker Energie betankt werden. Alliander sorgt für die Infrastruktur. Standort der ersten E-Tankstelle in Heinsberg ist am Markt, Ecke Hochstraße/Liecker Straße.

Bürgermeister Wolfgang Dieder wird im Beisein von Ton Doesburg und Jakob Wöllenweber, beide aus dem Vorstand der Alliander AG, und Dr. Thomas Mecke, Vorsitzender der Geschäftsführung lekker Energie GmbH, die erste E-Tankstelle von Heinsberg in Betrieb nehmen. Alliander und lekker Energie informieren bis 18 Uhr über Vorteile und Aspekte der Elektromobilität.

Für Probefahrten stehen Elektroautos und Elektroräder zur Verfügung, auf einem Parcours kann mit einem Segway gefahren werden. Außerdem werden drei Elektrofahrräder verlost.