Selfkant-Tüddern: „All joot dropp” in Tüddern

Selfkant-Tüddern : „All joot dropp” in Tüddern

Der leichte Nieselregen konnte die Narren und Besucher beim Rosenmontagszug in Tüddern nicht abschrecken. Fast 40 Gruppen waren gemeldet, alle kamen und es schienen noch mehr Zuschauer zu sein als in den Vorjahren.

Am ersten Zuschauerpoint Oligstraße/Bocksberg herrschte gleich beste Stimmung, fast die komplette Sittarder Strasse war fest in Narrenhand. Hubert Jessen, Präsident der Witsemänn, begrüßte an der Sittarder Strasse die einzelnen Gruppen.

Die aktuelle Stunde des WDR hatte erneut einen Kameramann zum Selfkant beordert, am Abend war Tüddern live im WDR zu sehen. Die Stimmung nicht nur im Narrenzug war bestens. Auch deshalb, weil viele Musikgruppen dabei waren und für das Publikum am Straßenrand so richtig einheizten.

Selfkant-Politik war auch drin, so kochte die Gemeindeverwaltung unter Regie von Herbert Corsten ihr eigenes Süppchen. Angeführt wurde der Zug vom Trommler- und Pfeiferkorps Kreuzrath, seit Jahrzehnten sind die Kreuzrather dabei und die Nummer eins. Die einzelnen Gruppen wurden bestaunt und bewundert, die vielen unendlichen Stunden Arbeit zahlten sich aus.

Viel Phantasie wurden beim Entwerfen der Kostüme entwickelt, auch diesmal war es wieder mehr als farbenprächtig. Und Tüdderns Zug besticht durch seine großen Gruppen. Diesmal war die Jugend besonders stark vertreten, die Karnevalsfreunde waren mit 94 Aktive eine Augenweide. Sie hatten in monatelanger Arbeit die Selfkant-Kathedrale erbaut, diese hatte sogar ihren eigenen Glockenschlag, die zahlreichen Mönchen und Nonnen waren gut drauf.

Die Jungschützen aus Tüddern hatten sich in Schale geschmissen, bezauberten mit ihrem Hofstaat und Burg. Eine ganz toller Idee hatten die Bewohner des Neubaugebietes. Möhren und Kaninchen waren hier zu sehen, wobei die Anwohner liebendgerne Möhren anpflanzten möchten, jedoch Kaninchen hier auch gerne Möhren fressen. Die Gruppe „Baekfeegisch” präsentierte als große Gärtnerfamilie. Bauer sucht Frau - hier waren viele Ladies mit dem Koffer unterwegs auf Suche nach dem Richtigen.

Dem Kegelclub „Mehr wie neun geht nicht” zog es nach Spanien, als Toreros mischten sie sich unters Narrenvolk. Eine ganz große Party feierte die Sittarder Straße, denn es gab die U-33 Party. Tüdderns Prinzenpaar Udo I. und seine Lieblichkeit Lilian freuten sich nicht nur über den schicken Prinzenwagen, sie präsentierten erstmals ihren eigenen Musikzug. Der Spielmannszug „Theudurum” zog mit, war ein Highlight im rollenden Rosenmontagszug. Auch Kinderprinz Florian war ein Strahlemann, von seinem hohen Kinderthron schmiss er wie das große Prinzen was das Zeug hielt.

Nicht nur Tüddern zeigte sich närrisch, auch die benachbarten Ortschaften waren stark vertreten. Aus Wehr waren unter anderen viele kleine und große Grisus zu Gast, alle wollten Feuerwehrmänner werden. Der „Wehrer Wendy” hatte seine Zauberer entsandt, aus Isenbruch rückten die Chinesen an, aus Höngen schauten Vogelscheuchen vorbei, die alte Schule Höngen hatte 60 Schafe Tüddern eingesperrt, aus Schalbruch kamen schicke Zwerge, aus Süsterseel war „Winnie Puh” da und und und, es herrschte der Ausnahmezustand am gestrigen Montag in Tüddern.